Das Weltreich der Deutschen (1/3): Kopfjagd in Ostafrika

Der Film spannt den Bogen von der Besteigung des Kilimandscharos durch Hans Meyer am 6. Oktober 1889 in der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika bis zu einer Gedenkfeier zur Erstbesteigung in der Zeit nach Tansanias Unabhängigkeit.

Erzählt wird anschließend die Geschichte der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika von der brutalen Inbesitznahme der Gebiete durch Carl Peters 1884, der im Film als rassistischer „Hänge-Peters“ charakterisiert wird. Das Zusammenleben zwischen Afrikanern und Deutschen sei durch Gewalt und Angst geprägt gewesen. Nachfolgend wird die Geschichte der deutschen Besiedlung anhand des Ehepaars Tom und Magdalene von Prince erzählt. Tom von Prince kommt als Offizier der deutschen Schutztruppe nach Ostafrika. Der Aufstand der Wahehe unter ihrem Häuptling Chief Mkwawa (einem „äußerst fähigen Strategen“, einem „schwarzen Napoleon“), wird mit dem Schicksal des Ehepaars verknüpft, insofern Tom von Prince mit der Niederschlagung des Aufstands beauftragt wird. Schließlich gelingt es, den Aufstand niederzuwerfen. Erzählt wird im Film auch vom Maji-Maji-Aufstand, der unter anderem durch das Nachstellen der Schlacht bei Mahenge rekonstruiert wird. Die Dokumentation spannt den Bogen bis zum Verlust der deutschen Kolonie im Ersten Weltkrieg. Der Film endet versöhnlich, insofern positive Aspekte der deutschen Kolonialpolitik (Zahnarzt, Sprache, kleine Fortschritte) aufgezeigt werden. Der Film endet mit Filmszenen, die bei einer Feierveranstaltung anlässlich der Besteigung des Kilimandscharo entstanden sind. Bei der „afrikanischen“ Veranstaltung, wird auch eine Gedenktafel für Hans Meyer enthüllt.

Die vielen Spielszenen werden gelegentlich durch Landschaftsaufnahmen, historische Fotoaufnahmen und wenige, kurze historische Filmaufnahmen ergänzt. Als „Zeitzeugen“ kommen der Historiker Horst Gründer, die Afrikanistin Marianne Bechhaus-Gerst, der afrikanische Politiker Sengondo Mvungi, der tansanische Historiker Paul Msemwa aber auch Nachfahren damaliger Akteure zu Wort. So äußert sich Lettow-Vorbecks Großneffe Christian von Lettow-Vorbeck über die Guerilla-Taktik, die sein Großonkel zur Verteidigung der Kolonie während des Ersten Weltkriegs anwandte. Edmund Mkwawa, ein Enkel Mkwawas, darf sich zum Aufstand seines Großvaters äußern.