Das Geheimnis der Außersinnlichen Wahrnehmung – Das Gesetz der Logik

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Das Gesetz der Logik

Die phantastische Fähigkeit des Menschen, die ihn über Tiere und Pflanzen hebt, ist seine Fähigkeit, zu kombinieren.

Anders ausgedrückt: Seine Fähigkeit, aus verschiedenen Prämissen auf bestimmte Synthesen zu schließen. Prämissen sind Denkvoraussetzungen, die auf Erfahrungswerten beruhen.

Synthesen sind die Schlussfolgerungen, die aus mindestens zwei Prämissen gezogen werden.

BEISPIEL:

1 . Prämisse: Alles Geschaffene ist vergänglich.
2.  Prämisse: Pyramiden wurden geschaffen.

Synthese: Also sind Pyramiden vergänglich.

Beide Prämissen sind in sich richtig, aber die Schlussfolgerung daraus kann unzutreffend sein. Denn die Pyramiden stehen heute noch.

Dies ist natürlich ein sehr einfaches Beispiel. In Wirklichkeit funktioniert das Gesetz der Logik viel komplizierter. Eine Synthese wird normalerweise nicht aus zwei, sondern aus zahlreichen unterschiedlichen Prämissen erstellt. Je größer die Anzahl der gespeicherten Informationen, um so größer ist auch die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Schlussfolgerung.

Prämisse 1.243    }

Prämisse 1.244    }
Prämisse 14.637  }
} =====> Logische Schlussfolgerung

Prämisse 87.340  }
Prämisse 88.742  }

Diese Form des logischen Denkens ermöglicht es, aus gegebenen Begriffen und Informationen neue Schlüsse zu ziehen, aus bereits bekannten Erkenntnissen neue Erkenntnisse abzuleiten. Indem man dazu in der Lage ist, aus vorhandenem Wissen bestimmte Schlussfolgerungen zu ziehen, erweitert man das bisherige Wissen.

Logisches Denken, das sich des Mittels der Schlussfolgerung bedient, kann in zwei verschiedenen Formen angewendet werden:

  1. a) Mit Hilfe der Deduktion versucht man, vom Allgemeinen auf das Besondere zu schließen.
  2. b) Umgekehrt stellt sich die Induktion als das Verfahren dar, bei dem man vom Besonderen, vom Einzelfall auf das Allgemeine schließt.

Wir wollen beide Formen des logischen Denkens anhand von Beispielen näher erläutern.

  1. a) Deduktion

Erste Prämisse: Wenn das erste gegeben ist, dann trifft auch
das zweite zu.

Zweite Prämisse: Es gilt nun das erste.

Schlussfolgerung: Unter dieser Voraussetzung gilt auch das zweite.

Erste Prämisse: Wenn es regnet, dann ist die Straße nass.

Zweite Prämisse: Es regnet nun.

Schlussfolgerung: Folglich ist die Straße nass.

Vom Allgemeinen (dem Regen) wurde somit auf das Besondere (die nasse Straße) geschlossen. Wir haben gesehen: Sofern die Aussagen der ersten und der zweiten Prämisse den Tatsachen entsprechen, wird auch die daraus gezogene Schlussfolgerung stimmen.

  1. b) Induktion

Erste Prämisse: Wenn das erste gegeben ist, dann trifft auch
das zweite zu.

Zweite Prämisse: Es gilt nun das zweite.

Schlussfolgerung: Unter dieser Voraussetzung gilt auch das erste.

Wir erkennen an diesem Beispiel den entgegengesetzten Charakter der Induktion. Vom Besonderen, vom Einzelfall (dem zweiten) wurde auf das Allgemeine (das erste) geschlossen.

Ein weiteres Beispiel wird dieses Verfahren verdeutlichen:

Erste Prämisse: Wenn es regnet, dann ist die Straße nass.

Zweite Prämisse: Die Straße ist nun nass.

Schlussfolgerung: Folglich regnet es.

Wir sehen in diesem Fall, dass das logische Denken mit Hilfe der Induktion gewissen Unsicherheiten und Missverständnissen ausgesetzt sein kann. Obwohl beide Prämissen den Tatsachen entsprochen haben, kann die daraus gezogene Schlussfolgerung dennoch falsch sein.

Denn: Die Straße kann auch durch ein städtisches Reinigungsfahrzeug bewässert worden sein.

Oder: Die Straße ist zwar tatsächlich durch den Regen nass geworden. Daraus folgt aber nicht zwangsläufig, dass es zu dem Zeitpunkt, da die Straße noch nass ist, auch noch regnet.

Es hat also durchaus seine Risiken, wenn man von einer Besonderheit (der nassen Straße) auf etwas Allgemeines (den Regen) schließen will.

Der Versuch, das Besondere, den Einzelfall zu verallgemeinern, kann leicht zu falschen Auslegungen führen.

Allgemein können Missdeutungen und Missverständnisse folgende Ursache haben: Die erste Prämisse, auf der alle weiteren Folgerungen beruhen, ist zu weit gefasst, sie verallgemeinert einen gewissen Tatbestand in unzulässiger Weise.

Noch unpräziser sind freilich ungerechtfertigte Vorurteile, die eine vermeintliche Verbindung (wenn – dann) herstellen, die so nicht gegeben ist. Es muss deshalb Ihr Ziel sein, solchen unzulässigen Verallgemeinerungen und Vorurteilen keinen Platz in Ihrem Denken einzuräumen.

Auch für diese Kategorie der Missdeutungen, die angeblich auf logischem Denken beruhen, wollen wir noch einige Beispiele geben.

Erste Prämisse: Wenn ein Tier fliegen kann, dann ist dies ein Vogel.

Zweite Prämisse: Der Schmetterling kann fliegen.

Schlussfolgerung: Folglich ist der Schmetterling ein Vogel.

Erste Prämisse: Was man nicht verloren hat, das besitzt man weiterhin.

Zweite Prämisse: Du hast keinen Ring verloren.

Schlussfolgerung: Folglich besitzt du einen Ring.

Erste Prämisse: Diebe benutzen einen Dietrich.

Zweite Prämisse: Peter besitzt einen Dietrich.

Schlussfolgerung: Folglich ist Peter ein Dieb.

Logisches Denken beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit. Schwierig wird die Situation dann, wenn falsche Prämissen als Grundlage dienen. So lautet die Information der ersten Prämisse in unserem ersten Beispiel: “Alles Geschaffene ist vergänglich.”

Man könnte sich nun durchaus die Frage stellen, ob diese Erfahrung auch tatsächlich zutrifft. Schon in Verbindung mit der zweiten Prämisse wird die Aussage zweifelhaft, da die Pyramiden eben auch heute noch stehen und auch weiterhin stehen werden.

Die Gefahr bei Schlussfolgerungen, die aus Prämissen gezogen werden, besteht darin, dass sie zwar in einer bestimmten Situation zutreffend waren, aber keine Gewähr bieten, dass diese Schlussfolgerungen auch in Zukunft zutreffen werden.

BEISPIEL:

Hänschen beobachtete als Kind bei seinen Eltern folgende Situation:

  1. Der Mann schreit die Frau an.
    2. Die Frau schreit zurück.
    3. Der Mann schlägt die Frau.
    4. Die Frau weint und ist dann still.

Hänschen ist inzwischen erwachsen geworden und hat diese Begebenheit längst vergessen. Er hat mit seiner Frau Streit. Sie schreit Hans an.
Hans bekommt aus seinem Gedankenspeicher die Information: “Papa bringt Mama durch Schlagen zum Schweigen.” Somit schlägt Hans zu.

Hans hat zwar logisch richtig gefolgert, aber er hat keine Gewähr dafür, dass die Reaktion seiner Frau die gleiche sein wird wie die seiner Mutter.

Die Ausgangsposition ist verschieden (andere Frau, andere Umgebung und Zeit). So sind Prämissen also mit Vorsicht zu behandeln.

Stellen Sie alle Daten der Vergangenheit in Frage. Sie können womöglich nicht richtig sein. Jeder Mensch hat Tausende von falschen Prämissen in sich gespeichert.

Einige kennen wir bereits aus dem Kapitel “Realitäten”:

“Ich bin dumm, weil…”
“Ich bin faul, weil…”
“Bei mir geht alles schief, weil…”
“Ich werde nie erfolgreich, weil…”
“Das verstehe ich doch nicht, weil…”
“Das schaffe ich nie, weil…”

Dadurch, dass den meisten Menschen solche Prämissen in der Kindheit eingebleut wurden, werden unzählige Fehlentscheidungen getroffen. Vorhaben werden erst gar nicht begonnen, da im Hintergrund der Gedanke “Das schaffe ich nie, weil…” unterbewusst vorhanden ist.

Allein das Gefühl, dass man “es lieber nicht riskieren sollte”, verhindert bei vielen Menschen eine raschere Weiterentwicklung.

Jerome Bruner gibt im “Psychological Review” ein Beispiel:

Ein Vater sagte zu seinem Sohn, der alles doppelt sah: “Mein Sohn, Du siehst zwei, wo nur eines ist!” – “Wie sollte das möglich sein?” erwiderte der Junge. “Wenn das so wäre, würde ich da oben vier Monde sehen statt zweier.”

Noch ein schönes Beispiel von in sich schlüssigen Prämissen:

Ein Mann sah, dass Mullah Nasrudin etwas am Boden suchte. “Was hast Du verloren, Mullah?” fragte er. “Meinen Schlüssel”, sagte der Mullah. Darauf kniete sich der Mann auch nieder, und nun suchten sie beide. “Wo hast Du ihn eigentlich genau verloren?” -”In meinem eigenen Haus.” – “Warum suchst Du dann hier?” – “Hier ist es heller als in meinem Haus.”

Logisches Denken beruht somit auf der Fähigkeit, aus früheren Ereignissen neue Schlüsse zu ziehen. Das heisst: Jedes logische Denken ist immer auch Vergangenheitsdenken. Entledigen Sie sich aller belastenden Prämissen. Prüfen Sie pauschalierte Informationen auf ihren Wahrheitscharakter. Denken Sie hierbei auch an die unterschiedlichen Realitäten.

Wer sagt etwas, und für wen trifft es dann zu, bzw. wessen geistiges Eigentum sind die genannten Prämissen? Diese können allgemeingültig sein, aber auch nur auf einen speziellen Fall zutreffen.

Jedes durch Logik und Vernunft gesteuerte Verhalten resultiert aus Prämissen der Vergangenheit. Wie also kann neues Wissen aus der Vergangenheit stammen? Das Gesetz der Logik ist für Wissenschaftler von unabdingbarer Wichtigkeit. Computer können ohne dieses Gesetz nicht handeln. Das Gesetz der Logik ist für die Weiterentwicklung von Erfindungen und Ideen grundlegend geeignet. Durch Logik und Vernunft wird eine Erkenntnis verständlicher und damit einer großen Masse zugänglich gemacht.

Durch Logik und Vernunft wurde aber noch nie eine neue Erfindung gemacht. Grundlegende Ideen und Erfindungen kamen den betreffenden Menschen immer von “innen” heraus. Durch einen Geistesblitz, eine Eingebung, eine Intuition. Hier wird der Unterschied zwischen Logik und Intuition vollständig klar.

Während die Logik auf persönlichen Vergangenheitserlebnissen aufbaut, ist die Intuition der Zugriff auf Daten im Unterbewusstsein, die personen- und zeitunabhängig in vollständiger und ausgereifter Form vorhanden sind. Mit Hilfe der Logik wird deshalb niemand sein Bewusstsein wirklich erweitern, höchstens um die Erkenntnis, dass er nicht weiterkommt.

„Kein Wind ist demjenigen günstig,
der nicht weiß, wohin er segeln will.“
Michel de Montaigne

„Dieses Buch wird Ihr Leben für immer verändern“