Das Geheimnis der Reinkarnation – Leben ist Rhythmus.

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Die Polarität des Lebens

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was haben wir von Begriffen wie Wiedergeburt, Auferstehung oder Sterblichkeit zu halten?

Seit Menschen denken, haben sie auch große Träume: Den Traum vom nie erlöschenden Feuer, den Traum vom Fliegen und natürlich den Traum vom ewigen Leben. Zwei dieser Sehnsüchte sind dank der modernen Technik in Erfüllung gegangen. Zugleich wuchern Phantasien und Vermutungen über das, was nach dem Leben kommt, wie selten zuvor. Von großem Interesse für den Menschen ist weiterhin die Frage nach dem WOHER und dem WOHIN.Die Frage nach dem Sinn seines irdischen Daseins überhaupt.

Letztlich also: Wer – oder was – ist der Mensch? Eine biologische Maschine, die einige Jahrzehnte lang funktioniert und dann verfällt, oder ein Wesen mit unsterblicher Seele und unvergänglichem Bewusstsein?

Die Frage “Wie sieht es auf der anderen Seite aus?” haben wir in den letzten Einheiten schon ausführlich behandelt. Wir wissen, dass neben dem physischen Körper ein Ätherkörper, ein Astral- und ein Mentalkörper existieren. Wir haben diese verschiedenen Ebenen betrachtet, und wir haben den Weg des eigentlichen “ICHS” verfolgt.

Doch wissen wir bis jetzt noch nicht, was nach dem sogenannten “TODE” tatsächlich geschieht. Wohl sind uns die verschiedenen Etappen der Entwicklung bekannt, das eigentliche Ziel liegt aber noch im dunkeln. Dieses Nahziel werden wir nun näher betrachten. Bereits in einer früheren Lehreinheit haben wir uns klar gemacht, dass alles Sein der Polarität unterliegt.

Erinnern wir uns der Aussage: Leben ist Rhythmus.

Das deutlichste Beispiel für die Polarität ist die Atmung. Sie ist deren Urprinzip. Niemand kann ausatmen, ohne vorher einzuatmen. Und einatmen, ohne auszuatmen. Der eine Pol erzwingt den anderen Pol!
Einatmen erzwingt Ausatmen. Ausatmen erzwingt Einatmen.
Gesundheit erzwingt Krankheit. Krankheit erzwingt Gesundheit.
Frieden erzwingt Krieg. Krieg erzwingt Frieden.
Leben erzwingt Tod. Tod erzwingt Leben.

Es ist nur zu verständlich, dass das Leben den Tod erzwingt. Aber auch dem Tod folgt das Leben mit der gleichen Sicherheit wie das Ausatmen dem Einatmen. Warum sollte ausgerechnet die Polarität Leben/Tod eine Ausnahme darstellen? Warum sollte eine allgemein gültige Gesetzmäßigkeit, die überall nachweisbar ist, ausgerechnet vor dem Phänomen Leben halt machen?

Den rhythmischen Wandel der Seele durch Leben und Tod nennt man seit alten Zeiten Seelenwanderung oder Reinkarnation (= wiederholte Fleischwerdung).

“Leben erzeugt Tod. Wenn alles im Universum der Dualität unterliegt, dann folgt aufgrund dieser Gesetzmäßigkeit dem Tode wieder ein neues Leben. Was meinen Sie dazu?”

Wir erhielten auf diese Frage die verschiedensten Antworten, ablehnende, aber auch zustimmende. Verschiedentlich wurden auch Beweise für das Gesetz der Polarität gefordert.

Hierzu nun einige Bemerkungen:
Wer weiß, der braucht nicht zu glauben und wird unabhängig von Beweisen. Nicht die Behauptung von der Reinkarnation muss bewiesen werden, sondern die Behauptung: “Mit dem Tod ist alles vorbei.” Denn es lässt sich an jedem Tag und in jeder Sekunde zweifelsfrei nachweisen, dass die Natur keine Prozesse kennt, die schlagartig im Nichts enden.

Gegen die Gesetzmäßigkeiten des Lebens verstößt somit nicht die Annahme der Reinkarnation, sondern die Behauptung, dass “mit dem Tod alles vorbei ist”.

Die Beweisführung muss also umgekehrt erfolgen: Leugnet ein Wissenschaftler die Reinkarnation, so ist er verpflichtet, diese Behauptung eindeutig zu beweisen, da sie der allgemeinen Gesetzmäßigkeit widerspricht.

Dennoch: Als ein Beispiel aus tausenden wollen wir den aufsehenerregenden Fall der Seelenwanderung der Schanti Devi betrachten, der sich vor nicht langer Zeit in Indien ereignete. Dort, im Stammland des Glaubens an die Wiedergeburt, wurde einigen Wissenschaftlern, unter ihnen Professor Hemandra Banarja, der Fall der damals neunjährigen Schanti Devi bekannt.

Nach Aussagen der Eltern, wohlhabender Leute aus Neu-Delhi, traten schon im fünften Lebensjahr ihrer Tochter seltsame, ihnen unerklärliche Phänomene auf. Schantis merkwürdige Erzählungen wurden jedoch anfangs als kindliche Phantasien und Träume von den Erwachsenen nicht ernst genommen.

Es findet sich ja häufig gerade bei Kindern in diesem Alter eine äußerst lebhafte Vorstellungskraft, die aus Mücken Elefanten, aus Nachtwächtern Riesen entstehen lässt, und in der Kinder in andere Gestalten, in Traumfiguren, schlüpfen. – Die Eltern Schantis hofften, die “Phantastereien” ihrer Tochter würden sich bald legen.

Mit zunehmendem Alter verstärkten sich jedoch diese “Einbildungen” bei Schanti Devi nur. Die Eltern waren erstaunt, verstört, ja sogar erschrocken und ängstlich, aber andererseits auch beeindruckt. Sie entschlossen sich, über die seltsamen Erinnerungen ihrer Tochter zu schweigen, aus Angst vor dem alten indischen Aberglauben, demzufolge Kinder mit Erinnerungen an eine frühere Existenz früh sterben müssen.

Wie schon oft in ähnlichen Fällen versuchte man, das Erinnerungsvermögen durch Angstvorstellungen zu untergraben, notfalls sogar unter Androhung von Gewalt.

Diese Versuche, Schanti Devi an den Schilderungen aus ihrer anderen Welt zu hindern, waren jedoch völlig zwecklos. Schanti war ein völlig normales Kind, hübsch, gescheit, von ihren Eltern mit rührender Liebe umsorgt. Neu-Delhi, ihre Geburtsstadt, hatte Schanti noch nie verlassen, jedoch behauptete sie plötzlich, Schanti Nath zu heißen und aus Mathura zu stammen. Mathura, eine Stadt, die 350 km von Neu-Delhi entfernt im Teilstaat Uttar Pradesch liegt.

Eine Stadt, in der sich Schanti nachweislich noch nicht aufgehalten hatte und über die sie nur wissen konnte, dass der schwarze Gottkönig Krischna, die achte Wiedergeburt Wischnus, dort geboren worden war. Krischna ist eine im hinduistischen Glauben stark verehrte Gottheit, folglich jedem Inder schon von Kindheit an ein wichtiger Begriff.

Dies alles war auch Schanti bekannt. Jedoch verfügte sie noch über andere Kenntnisse. Schanti beschrieb Mathura genauestens, erwähnte Einzelheiten, die über das Allgemeine hinausgingen, und bestand weiterhin auf ihrer Behauptung, in Mathura zu Hause zu sein.

Als sie ihrem Vater sogar genauestens den Besuch in einer Baumwollfabrik schilderte, fragte sie dieser:

“Wie bist du da hineingekommen, Schanti?”

“Mein Mann hatte in der Fabrik geschäftlich zu tun.”

“Dein Mann?”

“Kedar Nath. Habe ich noch nicht von ihm erzählt? Er ist Stoffhändler. Wundert euch das?”

Die Eltern waren freilich sehr erstaunt.

“Du bist also verheiratet?”

“Gewiss. Mit Kedar Nath. Ich sagte es schon.”

“Und – hast du Kinder?”

“Einen Sohn. Ich möchte ihn gern wiedersehen. Bitte lasst mich nach Mathura gehen. Ich werde euch die Stadt zeigen. Das Haus von Kedar Nath und mein Elternhaus. Es wird euch gefallen!”

Sobald Schanti von ihrem Leben als Schanti Nath redete, verfiel sie in den Dialekt, der in Mathura, wie allgemein in Uttar Pradesch, gesprochen wird. Ihre Eltern waren erstaunt und entsetzt über die seltsamen Geschichten, die ihre Tochter erzählte.

Schanti stand praktisch unter dem Zwang, von dieser anderen Welt zu sprechen. Niemand konnte sie daran hindern, sich zu ihrem früheren Leben zu bekennen. Ihre frühere Existenz gehörte zu ihrer Persönlichkeit, zu ihrem Glück.

Als Schanti 9 Jahre alt war, begannen sich ihre Erinnerungen an Mathura zu verstärken. Jetzt erst forschten die Eltern nach. Es wurde festgestellt, dass tatsächlich ein Stoffhändler namens Kedar Nath in Mathura lebte. Er hatte zum zweiten Mal geheiratet, seine erste Frau war bei der Geburt eines Sohnes vor 10 Jahren gestorben.

Professor Banarja und einige andere Ärzte, auch Psychologen und Parapsychologen, begannen, Schanti Devi Fragen zu stellen.

“Wie sieht dein ehemaliger Mann aus?”

“Er ist schlank und groß.”

“Wie groß?”

“1,76 m.”

“Besonderheiten?”

“Hohe Stirn, Oberlippenbart.”

“Irgendwelche verdeckten Kennzeichen?”

“Narbe am rechten Oberarm.”

Schantis Aussagen wurden überprüft – und sie stimmten! Kedar Nath war groß, schlank, hatte eine hohe Stirn, einen Oberlippenbart und eine Narbe am rechten Arm. Um Licht in diese Sache zu bringen, beschlossen die Wissenschaftler (im Einverständnis mit Schantis Eltern), Kedar Nath mit seiner Familie nach Neu-Delhi bringen zu lassen.

Dort sollten beide aufeinandertreffen, natürlich im Beisein der Wissenschaftler. Als Schanti Kedar Nath erblickte (sie kannte weder seinen Namen noch den Zweck der Begegnung), sprang sie freudig auf und fiel ihm in die Arme: “Dass du da bist, Kedar! Dass du endlich zu mir kommst! Ich bin ja so glücklich. Du erinnerst dich also noch an mich?” Wieder spricht Schanti im Dialekt der Leute von Mathura.

Kedar Nath, tief erstaunt, fühlt sich an seine verstorbene Frau erinnert, spürt eine seltsame Ähnlichkeit zwischen ihr und der neunjährigen Schanti. Im Gespräch über längst vergangene Erlebnisse und Ereignisse wird ihm immer deutlicher, dass Schanti Devi Schanti Nath, seine erste Frau, sein muss. ”Sie ist es”, murmelt der Stoffhändler. “Sie ist es, ohne Frage.”

Erschüttert, aufgewühlt steht er – inzwischen wieder verheiratet – vor seiner ersten Frau, die er 10 Jahre lang für tot hielt und nun nicht mehr hergeben will. Als Schanti ihren Sohn sieht, läuft sie unter freudigen Ausrufen auf ihn zu, nimmt ihn in die Arme und begrüßt ihn so, wie eine Mutter ihr lange entbehrtes Kind willkommen heißt. ”Mein Sohn”, flüstert sie, “dass ich dich endlich wiedersehe!”

Mit Tränen in den Augen streichelt sie ihn – eine neunjährige Mutter ihren um ein Jahr älteren Sohn. Jeder ist von dieser rührenden Szene des Wiedersehens ergriffen, des Wiedersehens einer Mutter mit ihrem Kind, von dem sie 10 Jahre lang getrennt war. Schanti möchte nach Mathura, in ihre Heimatstadt, zurückkehren. Sie will dort zusammen mit ihrem Mann und ihrem Kind leben.

Kedar Naths zweite Frau ist entsetzt. Diese Geschehnisse sind für sie unfassbar und unheimlich. Sie kann sie nicht begreifen und fürchtet um die Liebe ihres Mannes, der sehr an seiner ersten Frau hing und deren Tod nur sehr schwer verwinden konnte. Für sie, wie auch für die meisten Umstehenden, wirkt diese Szene fast gespenstisch.

Um den Beweis zu erbringen, dass Schanti schon einmal gelebt hatte und ihr Wissen von Kedar Nath und Mathura nicht mit Hilfe telepathischer Kräfte erworben hatte, brachten Professor Banarja und sein Team Schanti nach Mathura. Dort sollte sie vom Bahnhof aus den Weg zum Hause Kedar Naths beschreiben und-mit ihrer früheren Umgebung, ihren Eltern und Freunden, konfrontiert werden.

Schanti weist dem Chauffeur den richtigen Weg, fügt ihrer Beschreibung sogar noch Erklärungen hinzu, erzählt von Dingen, an die sie sich plötzlich erinnert, wie zum Beispiel, dass dies ihr Schulweg war, dass sie dort oft mit Kedar spazierenging und vieles mehr. Sie hat die Ortskenntnis einer in Mathura Aufgewachsenen.

Im Hause Naths angekommen, fühlte Schanti sich wie daheim, obwohl sie von einigen Veränderungen spürbar enttäuscht war. Der Anblick ihres früheren Zimmers, jetzt von Naths zweiter Frau bewohnt, ließ sie den Kopf schütteln. ”Ich will euch etwas zeigen”, sagte sie zu ihren Eltern.

Aus einem Versteck holte Schanti eine goldverzierte, geschnitzte Kassette. “Vor meinem Tode habe ich hier Geld hineingelegt”, erklärte sie. “Das wollte ich nach der Geburt meines Sohnes im Tempel opfern.”

Die Kassette war leer. Schanti wurde blass und erschrak. “Das ist nicht möglich, ich weiß genau, dass ich das Geld hineingelegt hatte!” rief sie enttäuscht aus.

Kedar Nath klärte den Zusammenhang auf. Er hatte nach dem Tode seiner Frau die Kassette in ihrem Versteck gefunden und das Geld daraus entfernt. Als die Wissenschaftler Schanti eine Gruppe von etwa 50 Personen vorstellten, der auch die inzwischen hochbetagten Eltern Schanti Naths angehörten, erkannte sie diese sofort.

Mit freudiger Erregung und Zeichen der Ehrerbietung begrüßte Schanti die Eltern, sie umarmte sie voller Liebe und Fürsorge. Die alten Leute waren erstaunt, verwirrt und fassungslos, sie konnten ihr Glück kaum begreifen. Ihre geliebte Tochter war seit 10 Jahren tot, im Kindbett gestorben, und nun stand Schanti vor ihnen und nannte sie “Vater” und “Mutter”.

Den Beobachtern dieser Szene war es unmöglich, sich der Rührung zu erwehren, viele der Umstehenden weinten. Sie hatten dem Wiedersehen zweier alter Menschen mit einer Toten beigewohnt, die noch dazu ihre früh verlorene Tochter war. Oder gab es an der früheren Existenz Schantis immer noch Zweifel? Vergeblich versuchten Professor Banarja und seine Mitarbeiter, Schanti des Betrugs oder wenigstens der Selbsttäuschung zu überführen. Es war sicher, dass Schanti nicht log.

Fangfragen, Tricks und Kontrollen führten zu nichts, sie brachten kein Ergebnis. Schanti zeigte den Wissenschaftlern ihr Geburtshaus, sie kannte Mathura, daran war nicht zu zweifeln. Schanti erkannte ehemalige Freunde, Bekannte und Mitschüler, sie sprach über gemeinsame frühere Erlebnisse.

Professor Banarja liess nichts unversucht, mehr Gewissheit in den Fall Schanti Devi zu bringen. Ein Grundsatz der wissenschaftlichen Aufklärung anormaler und übersinnlicher Erscheinungen lautet: Nur das Vergleichbare und Übereinstimmende, das nicht mit sinnlicher Wahrnehmung erklärt werden kann, darf als Beweis gelten.

Schanti hatte Beweise genug erbracht. Sie war keine Lügnerin, keine Betrügerin. Jeder war sicher, dass Schanti die verstorbene Frau Nath sein müsse, da nur diese die Kenntnisse besitzen konnte, über die Schanti Devi verfügte.

„Solange du glücklich bist,
wirst du viele Freunde haben;
in düsteren Zeiten,
wirst du allein sein.“
Ovid

„Dieses Buch wird Ihr Leben für immer verändern“