Das Geheimnis des Unterbewusstseins – Die Macht der Suggestion

Bild Quelle: pixabay.com

Die Macht der Suggestion

Der französische Apotheker und Psychotherapeut Emile Coue war der erste, der die Bedeutung der Suggestion erkannte.

Er prägte die berühmt gewordene Formel, die Menschen die Kraft gibt, ihr Leben zu bejahen:

“Jeden Tag geht es mir in jeder Hinsicht immer besser.”

Indem er seine Patienten anwies, diese Formel so oft wie möglich zu wiederholen und an ihre Richtigkeit zu glauben, verhalf er ihnen zur Heilung ihrer Beschwerden. Die Wirksamkeit dieser auf den ersten Blick so einfach anmutenden Behandlungsmethode ist in einer Vielzahl von Fällen eindeutig nachgewiesen. Coue erreichte auf diese Weise bemerkenswerte Erfolge. Und: Diese Methode wird auch zukünftig vielen Menschen bei der Heilung ihrer Leiden helfen.

Wir müssen uns klar machen: Ein sehr hoher Prozentsatz aller Krankheiten, annähernd 90 Prozent, ist auf psychosomatische Ursachen zurückzuführen. Das heißt: Körperliche Leiden entstammen im Grunde psychischen oder seelischen Störungen.

Diese psychischen Schwierigkeiten kommen auf physischem Gebiet zum Ausdruck. Um solche Beschwerden zu heilen, ist es nur folgerichtig, wenn man sich bei der Behandlung auf die eigentlichen Ursachen konzentriert.

Nichts anderes tat Coue: Er räumte psychische Störungen auf psychotherapeutischem Wege aus. Und: Diese Suggestionstherapie war auch dann wirksam, wenn allein physisch bedingte, also organische Erkrankungen vorlagen. Grundlage dieser Behandlungsmethode ist es, das Unterbewusstsein durch bewusst hervorgerufene Vorstellungen und Gedanken, durch vorgegebene Ziele positiv zu beeinflussen.

Auf diesem Wege, vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein, ist es möglich, die Heilung vieler Krankheiten zu erreichen. In einem späteren Kapitel werden wir auf diese Zusammenhänge noch ausführlich zu sprechen kommen.

Zunächst muss es uns aber darum gehen, das Wesen der Suggestion näher zu bestimmen. Die Wirksamkeit der Suggestion beruht darauf, dass man in sich selbst oder in einem anderen Menschen bestimmte Vorstellungen erzeugt. Vorstellungen, die im Bereich des Unterbewusstseins geweckt werden.

Damit ist uns die Möglichkeit gegeben, die Gefühle, die Einschätzungen und den Willen der eigenen Person oder eines fremden Menschen zu beeinflussen. Auch hier gilt wieder: Je stärker, je intensiver diese Vorstellung geweckt wird, desto leichter zeitigt sie Wirkung und desto länger wird diese Wirkung andauern.

Wir haben zwei Arten der Suggestion zu unterscheiden:

  1. a) Eine Autosuggestion liegt dann vor, wenn wir eine bestimmte Vorstellung in uns selbst zur Wirkung kommen lassen.
  2. b) Von einer Fremdsuggestion sprechen wir dann, wenn wir in einem anderen Menschen eine bestimmte Vorstellung hervorgerufen haben.

Aber: Die Voraussetzung einer wirksamen Fremdsuggestion ist immer zunächst eine starke Autosuggestion. Nur wenn die Vorstellung, die wir einem anderen Menschen vermitteln wollen, auch in uns selbst sehr stark vorhanden ist, werden wir dazu in der Lage sein, sie auch bei unserem Gegenüber zu wecken. Daraus folgt, dass jede nach außen wirkende Fremdsuggestion im Prinzip, im Kern eine Autosuggestion ist.

Wir müssen wissen: Eine Suggestion wird niemals im Bewusstsein wirksam werden. Nur durch die Umwandlung eines Gedankens in eine bildhafte Vorstellung wird die Suggestion die gewünschte Wirkung erzielen. In diesem Sinne müssen wir auch den Vorgang der Hypnose verstehen: Sämtliche Formen und Erscheinungen der Hypnose haben ihre Ursache in Suggestionen.

Wir wollen die Wirkung der Suggestion an einem einfachen Beispiel erläutern: Ein Wissenschaftler suggerierte mehreren an einem Test beteiligten Personen, sie würden einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Das Resultat: Obwohl die Menschen in Wirklichkeit nicht einen einzigen Tropfen getrunken hatten, gaben sie, nachdem die Suggestion in ihnen wirksam geworden war, viel mehr Urin als gewöhnlich ab. So viel, als hätten sie tatsächlich eine große Flüssigkeitsmenge zu sich genommen.

Dieser Versuch zeigt uns, dass eine im psychischen Bereich geweckte Vorstellung Körperfunktionen zu beeinflussen vermag. Am Anfang der Suggestion steht ein Gedanke, der dann in eine bildhafte Vorstellung umgewandelt wird. Erst wenn diese Vorstellung in unserem Unterbewusstsein verankert ist, kann die Suggestion ihre Wirkung entfalten.

Alle Formen der Suggestion, ob als Hypnose, als Wach-, Auto- oder Fremdsuggestion auftretend, sind das Resultat unserer eigenen Überzeugung, unseres eigenen Glaubens. Wir können eine uns suggerierte Vorstellung entweder annehmen oder ablehnen, wir können ihr Glauben schenken oder nicht.

Auf das Gebiet der Hypnose übertragen, heisst das: Der Erfolg einer Hypnose hängt von der Überzeugungskraft des Hypnotiseurs ab. Nur wenn dieser selbst an die Verwirklichung seiner Suggestion glaubt, nur wenn er von ihrer Wirkung überzeugt ist, kann er einen anderen Menschen in Hypnose versetzen.

Er muss eine konkrete Vorstellung von dem haben, was er bei seinem Gegenüber erreichen will. Auf diese Weise ist auch zu erklären, wieso bestimmte Menschen auf ihre Umgebung sehr suggestiv wirken. Wieso von ihnen eine starke Ausstrahlung ausgeht, eine Ausstrahlung, die das Verhalten anderer Menschen sehr stark beeinflussen kann.

Diese Menschen sind von ihren eigenen Fähigkeiten in starkem Maße überzeugt. Darin liegt die Ursache für ihre Begabung, andere Menschen überzeugen zu können.

Und umgekehrt: Ein Mensch, der nicht an sich selbst glaubt, der nicht von sich selbst überzeugt ist, kann in keinem Fall erwarten, dass seine Mitmenschen an ihn glauben.

Von Professor Ch. Baudouin stammt die Feststellung: “Suggestion ist die unterbewusste Verwirklichung einer Idee.” Und der bekannte Psychologe Fritz Lambert vertritt die Auffassung: “Alles, was uns seelisch beeinflusst, ist Suggestion. Denn in dem Augenblick, in dem wir einer seelischen Beeinflussung unterliegen, wird ein entsprechender Glaube ausgelöst.”

Es ist unbestritten, dass wir unser ganzes Leben lang von bewussten oder unbewussten Suggestionen beeinflusst und geprägt werden. Träfe diese Feststellung nicht zu, dann wäre jede akustische oder optische Werbung sinnlos und überflüssig.

Einen Sachverhalt müssen wir aber klar erkennen: Diese ständige Beeinflussung durch Suggestionen erfolgt nicht nur von außen, sondern wir selbst sind es in gleicherweise, die uns fortlaufend beeinflussen.

Und: Die Bedeutung dieser Autosuggestion, dieser Selbstbeeinflussung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit jedem neuen Gedanken, mit jeder Vorstellung, die wir hegen, prägen und bilden wir unsere Persönlichkeit. Mit unserem Denken beeinflussen und bestimmen wir unseren Werdegang, unsere weitere Entwicklung.

Sind wir uns dieses Vorgangs bewusst, müssen wir zu folgender Schlussfolgerung kommen: Es ist von großer Wichtigkeit, dass wir die Entwicklung und das Aufkommen negativer Gedanken in jedem Fall vermeiden. Wir müssen uns davor hüten, Negatives zu denken oder auszusprechen, denn das würde unser Leben in eben dieser negativen Hinsicht beeinflussen.

Unser Ziel muss es statt dessen sein, die Ansätze negativer Gedanken umgehend durch positive Vorstellungen zu ersetzen.

Aber: Solange wir die Ausrichtung unserer Gedanken nicht zu kontrollieren vermögen, solange wir uns der Kraft und der Macht unseres Denkens nicht bewusst sind, solange sind wir der Gewalt des Denkens hilflos ausgeliefert.

Wir müssen uns klar machen: Uns ist die Möglichkeit gegeben, unsere Gedanken zu kontrollieren und zu steuern. Es liegt in unserer Hand, sie so zu steuern, dass ihre Kraft zur Erfüllung unserer Wünsche eingesetzt werden kann. Indem wir diesen Zusammenhang erkennen, verfügen wir über ein wertvolles Mittel zur Gestaltung unseres Lebens.

Wir wissen dann, dass wir mit Hilfe der bewussten Suggestion den Glauben an die Verwirklichung unserer Ziele schaffen können. Die Kenntnis und die Beherrschung der Gesetzmäßigkeiten der Suggestion versetzt uns nicht nur in die Lage, schädliche und negative Entwicklungen im Keim zu ersticken, sie ermöglicht es uns darüber hinaus, ganz bewusst Erfolge herbeizuführen.

Unser Unterbewusstsein reagiert nicht auf Worte, sondern auf bildhafte Vorstellungen. Die Intensität und die Wirksamkeit einer solchen Vorstellung wird bestimmt von der Kraft der Emotionen, die sie begleitet.

Wir müssen erkennen: Nur das, was wir uns vorzustellen vermögen, kann letztendlich auch eine Wirkung zeitigen.

Übung Imaginations-Atemübung

Machen Sie einen kleinen Versuch:
Stellen Sie sich beim Atmen bildhaft vor, dass Sie mit jedem Atemzug frische Kraft in sich aufnehmen. Stellen Sie sich weiter vor, dass sich diese Kraft im ganzen Körper verteilt und Sie ganz erfüllt. Beim Ausatmen haben Sie die Vorstellung, dass mit der Atemluft alles Schlechte und Verbrauchte ausgeschieden wird. Schon nach zehn tiefen Atemzügen werden Sie feststellen, wie prompt diese Suggestion zu wirken beginnt.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt kommt hinzu: Eine Suggestion kann durchaus unlogisch sein, sie kann durchaus einem logischen Gedankengang widersprechen. Das sagt nichts über ihre Wirksamkeit aus, auch unlogische Suggestionen können starke Wirkungen hervorrufen.

Daraus folgt: Nicht die einer Suggestion zugrunde liegende Logik entscheidet über den Erfolg einer Selbstbeeinflussung, sondern die Genauigkeit, die Vollkommenheit der bildhaften Vorstellung. Diesem Umstand trägt das Geheimnis insofern Rechnung, als es in dieser Programmeinheit mit einem intensiven und ausführlichen Gedanken- und Imaginationstraining beginnt.

Aus der Tatsache, dass jedem Menschen die Fähigkeit gegeben ist, an etwas zu glauben, leitet sich ab, dass jeder Mensch auch durch Suggestionen beeinflusst werden kann.

Die Methode, die die Wirksamkeit einer Suggestion am nachhaltigsten zu steigern vermag, ist die Wiederholung des jeweiligen Beeinflussungsversuches. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass eine Suggestion deutlich und unmissverständlich formuliert ist. Diesem Punkt kommt deshalb große Bedeutung zu, weil eine Suggestion meist wortwörtlich angenommen und befolgt wird.

Außerdem sollte die Zahl der Suggestionen insofern begrenzt werden, als man nie mehr als drei bis fünf verschiedene Beeinflussungen gleichzeitig auf sich wirken lassen sollte. Gleichwohl gilt auch für diese genannte Anzahl, dass jede einzelne Suggestion mehrfach wiederholt werden muss.

In einem früheren Abschnitt haben wir davon gesprochen, dass der Erfolg erlernbar ist. Auf die Methode der Suggestion übertragen, heisst das: Indem man beginnt, sich seinen persönlichen Erfolg bildhaft vorzustellen, indem man sich von dem erstrebten Ziel konkrete Vorstellungen macht, hat man den Weg zum Erfolg bereits beschritten.

Dieser Mechanismus gilt gleichermaßen für Misserfolge und persönliche Fehler. Indem man sich mit seinen Mängeln und Schwächen identifiziert, indem man sie in sich wirken lässt, sind Misserfolge quasi vorprogrammiert.

Denn wer sich in Gedanken ständig vorhält, dass er dies oder jenes nicht schaffen kann, dass ihm eine bestimmte Fähigkeit nicht gegeben ist, dass er eine bestimmte Aufgabe nicht bewältigen kann – der wird auch in der Wirklichkeit diesem Bild entsprechen. Der wird die Fehler machen, die er sich vorher selbst suggeriert hat.

Ein kleines Experiment soll Ihnen veranschaulichen, wie gefährlich es sein kann, wenn man sich etwas Bestimmtes einbildet, wenn man von einem bestimmten Gedanken beherrscht wird.

Suggestionsübung

Machen Sie eine Faust, so fest Sie nur können, immer fester – noch fester, bis sie zittert. Denken Sie nun: Ich will die Faust wieder öffnen, aber ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht! Denken Sie immer weiter: Ich kann die Faust nicht öffnen. Versuchen Sie es! Sie werden sehen, dass es nicht geht. Es geht nicht, solange Sie denken: Ich kann nicht. Und nun denken Sie: Ich kann! Und Sie können Ihre Faust wieder öffnen.

Im Rahmen der Suggestion haben wir zwischen

  1. a) den direkten Suggestionen und
  2. b) den indirekten Suggestionen

zu unterscheiden.

Direkte Suggestionen sind in der Regel der Kontrolle des Verstandes, des Bewusstseins unterworfen. Deshalb ist es oft möglich, dass man eine solche Suggestion zurückweist, dass man nicht auf sie eingeht. Indirekte Suggestionen dagegen können leichter der Kontrolle des Bewusstseins entgehen. Sie sind in der Regel nicht der Kritik und der Beurteilung des Verstandes ausgesetzt. Sie werden damit leichter und öfter akzeptiert und angenommen.

Im Falle einer indirekten Suggestion ist dem Menschen, auf den der Beeinflussungsversuch wirken soll, zumeist nicht bewusst, dass es sich tatsächlich um eine Suggestion handelt.

Ein Beispiel: Einem Kind, das sich unruhig im Bett wälzt, kann die Mutter ein vermeintliches Schlafmittel geben, das nur aus einem harmlosen Bonbon zu bestehen braucht. Das Kind glaubt an die Kraft und die Wirksamkeit dieses angeblichen Schlafmittels. Indem es diese Suggestion annimmt, ohne sich überhaupt einer Suggestion bewusst zu sein, wird auch die gewünschte Wirkung eintreten. Das Kind wird ruhiger werden und schließlich einschlafen. Aber: Würde man versuchen, sich nach einem anstrengenden Arbeitstag zu suggerieren: “Wenn ich jetzt ruhig bis drei zähle, dann bin ich wieder frisch und erholt”, so würde diese direkte und unmittelbare Suggestion kaum Erfolg zeitigen.

Denn das Bewusstsein des ermüdeten und abgespannten Menschen würde dieser Annahme keinen Glauben schenken.

Anders stellt sich die Situation hingegen in indirekter Form dar: Wenn sich der Betreffende suggeriert, dass er nach einer erfrischenden Dusche wieder gestärkt und frisch ist, dann wird diese Suggestion in der Regel ihre Wirkung nicht verfehlen.

Von dem starken Einfluss einer solchen indirekten Suggestion berichtet Dr. Erwin Liek in seinem Buch “Das Wunder in der Heilkunde”. Er bezieht sich bei seiner Schilderung auf einen Vorfall, den er an sich selbst beobachten konnte.

“Im Alter von neun oder zehn Jahren litt ich an zahlreichen Warzen an den Händen. Gelegentlich eines Ferienbesuches auf dem Lande machte die Magd mit mir eine Warzenkur, indem sie dicht über jeder Warze einen Knoten in einen Bindfaden machte. Der Faden wurde dann unter der Drippe vergraben, also an der Stelle, wo der Regen vom Dach den Boden erreicht. Wenn der Faden verfault ist, sagte die Magd, dann werden auch die Warzen weg sein! Nach sechs Wochen hatte ich ohne weiteres Zutun meine Warzen verloren.” Diese Form der Suggestion, bei der eine bestimmte Voraussetzung ein bestimmtes Ergebnis erbringen soll, ist sehr wirksam.

Ein Beispiel: “Wenn ich heute Abend ins Theater gehe – dann bekomme ich mit Sicherheit wieder Migräne.” Diese Suggestionsart wird zumeist dazu verwendet, einen negativen Vorgang, ein negatives Resultat heraufzubeschwören. Gleichwohl kann man mit Hilfe dieser Suggestionsform natürlich auch positive Wirkungen hervorrufen.

Ein Beispiel: “Wenn ich die Medikamente, die mir der Arzt verschrieben hat, regelmäßig einnehme, dann werde ich sicher bald wieder gesund!”

Der Faktor, der den Erfolg einer Suggestion am stärksten beeinflusst, der ihn am stärksten beeinträchtigen kann, ist der eigene Zweifel. Zweifel, Angst und Unsicherheit hindern uns daran, an das Gelingen eines bestimmten Vorhabens fest und tief genug zu glauben. Obwohl wir die Absicht dazu gefasst haben, bringen sie uns von unserem Weg ab. Indem wir in unserer Beurteilung schwanken, indem wir gleichzeitig von positiven und negativen Gedanken beeinflusst werden, können wir unser Ziel nicht erreichen.

Erinnern Sie sich des Beispiels, das wir in einer früheren Einheit dieses Programms erwähnt haben: Thomas A. Edison musste Tausende von Versuchen durchführen, ehe es ihm gelang, eine funktionsfähige elektrische Lampe zu konstruieren. Nur weil er von einem unerschütterlichen Glauben, einem starken Vertrauen in sein Tun beseelt war, gelang es ihm, diese lange Phase des scheinbaren Misserfolgs, der tausendfachen Enttäuschung zu überwinden.

Hätte er sich nicht immer wieder suggeriert, dass er sein Ziel doch noch erreichen werde, er hätte kaum an seiner Absicht festhalten können. Am Ende wurde sein Glaube, sein Vertrauen belohnt – er schaffte es, seine Vorstellungen zu verwirklichen.

Wir müssen erkennen: Wer nicht dazu fähig ist, an sich selbst, an seine Möglichkeiten zu glauben, dem werden auch die vollkommensten Suggestionen nicht weiterhelfen können. Der Grund: Die Suggestionen erreichen nicht das Innerste, das Unterbewusstsein. Sie werden bereits von dem Bewusstsein, das durch die Zweifel negativ geprägt ist, verworfen.

Anders verhält es sich, wenn ein Mensch an sich selbst glaubt, wenn er von seinen Fähigkeiten überzeugt ist. Dann wird die große und unerschöpfliche Kraft der Suggestion von Mal zu Mal stärker wirken. Sie wird jeden aufkommenden Zweifel im Keim ersticken.

Die Auswirkungen unseres Glaubens lassen sich folgendermaßen beschreiben: Solange wir negative Gedanken hegen, solange wir an Misserfolge und Fehlverhalten glauben, werden wir auch die entsprechenden Auswirkungen zu gewärtigen haben. Wenn wir aber andererseits die uns innewohnenden Kräfte erkennen und einzusetzen wissen, dann können wir unser Leben in positiver Hinsicht verändern.

Die schnelle und oft überraschende Wirkung einer Suggestion beschreibt Dr. Franz Voelgyesi in seinen beiden Büchern “Menschen- und Tierhypnose” und “Die Seele ist alles” sehr anschaulich.

Im Rahmen von Untersuchungen wegen des Verdachts möglicher Magengeschwüre ließ er einige Patienten des Krankenhauses eine Sonde schlucken. Nach Abschluss der eigentlichen Untersuchungen versetzte Dr. Voelgyesi seine Patienten in Hypnose.

Mit Hilfe der Sonde, die die an der Suggestionsübung beteiligten Personen noch in sich trugen, ließ sich die Art und der Umfang der Magensekretion sehr genau bestimmen. Der Arzt suggerierte den Patienten die Einnahme bestimmter Speisen.

Das verblüffende Resultat: Die Magensekretion änderte sich sofort der jeweils suggerierten Nahrung entsprechend. Sie verstärkte sich und veränderte ihre Zusammensetzung, obwohl die Versuchspersonen tatsächlich keinerlei Nahrung zu sich nahmen.

Zwei Beispiele:

Ein Patient, dem die Einnahme eines Löffels Öl suggeriert worden war, reagierte dergestalt, dass seine Galle und seine Bauchspeicheldrüse erhebliche Sekretmengen „absonderten.

Eine andere Person, der suggeriert worden war, sie sei gerade im Begriff, ihr Lieblingsgericht zu essen, produzierte stetig steigende Mengen Magensaft. Aber: Als der Arzt während des laufenden Experiments scherzhaft hinzufügte: “Wie schön wäre es, wenn Sie jetzt wirklich Ihr Leibgericht essen würden!” reagierte der unter Hypnose stehende Patient prompt. Die eben noch starke Produktion von Magensaft wurde abrupt abgebrochen.

Es schien, als habe sein Magen die Täuschung entdeckt und darauf mit einer Unterbrechung der Sekretabsonderung reagiert. Erst als dem Patienten von neuem suggeriert wurde, er esse eine Reihe von köstlichen Delikatessen, erst dann arbeitete der Magen so intensiv wie zuvor.

Dem früher sehr bekannten Hypnotiseur R. Winterry gelang folgende Beeinflussung: Indem er zahlreichen freiwilligen Versuchspersonen suggerierte, sie spürten nicht den geringsten Schmerz, konnte er ihnen in die Handfläche oder in die Haut stechen, ohne dass die Hypnotisierten eine Reaktion zeigten.

Ein anderes Beispiel: L. Benedek versetzte eine Versuchsperson in Hypnose und suggerierte ihr dann, er sei gerade im Begriff, ihr heißes Wasser über den Arm zu gießen. Die Reaktion: Die Hauttemperatur der betreffenden Person stieg augenblicklich um drei Grad an!

Zwei Elemente sind es, die eine Suggestion charakterisieren: 

  1. a) In dem betreffenden Menschen wird die Vorstellung hervorgerufen, dass eine körperliche oder seelische Veränderung in ihm vorgehe oder vorgehen werde.
  2. b) Die hervorgerufene Vorstellung gewinnt dadurch an Stärke und Wirksamkeit, dass sie auf einen klar begrenzten Bewusstseinsinhalt konzentriert wird. Dies gelingt, weil entgegengesetzte Vorstellungen entweder abgeschwächt oder völlig aufgehoben werden.

„Wenn du die Kraft zu Lachen verlierst,
verlierst du die Kraft zu Denken.“
Clarence Darrow

„Dieses Buch wird Ihr Leben für immer verändern“