Lebensberatung

Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Das Drama-Dreieck

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Das Drama-Dreieck

Verfolger – Retter – Opfer

Um den Verlauf solcher Spiele gut und zutreffend zu analysieren, ist das von Karpman 1968 entwickelte Drama-Dreieck aus Verfolger, Opfer und Retter sehr hilfreich. Darin kommt zum Ausdruck, dass alle aufregenden und dramatischen Ereignisse auf familiärer, beruflicher oder politischer Ebene nach dem Muster des klassischen griechischen Dramas ablaufen. In jedem dieser Handlungsabläufe können drei charakteristische Rollen unterschieden werden:

A) Die Verfolger-Rolle

Die Person, die im Rahmen des Spiels die Position des Verfolgers einnimmt, handelt aus der Grundhaltung: Ich bin besser als die anderen (was der in einem früheren Abschnitt angesprochenen Einstellung “Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.” entspricht). Der Verfolger bedrängt die anderen am Spiel Beteiligten, er will die dominierende Figur sein, er will den anderen vorschreiben, was sie zu tun und was sie zu lassen haben. Er will durch diese beherrschende Rolle seine Grundeinstellung bestätigen und festigen.

Typische Aussagen eines Menschen, der die Verfolger-Rolle spielt, sind:

– “Sehen Sie nur, welchen Schaden Sie damit angerichtet haben!”

– “Nun habe ich Sie doch noch erwischt!”

– “Hätten Sie nur auf mich gehört. Ich habe es Ihnen ja gleich gesagt!”

– “Mein … ist besser (größer, schöner, wertvoller) als Dein …”

B) Die Retter-Rolle

Die Grundeinstellung desjenigen, der die Rolle des Retters übernehmen will, kann zwei verschiedenen Haltungen entspringen:

Entweder trifft auf ihn das Grundmuster “Ich bin nicht o.k. – Du bist o.k.” zu. Dann tritt ein solcher Mensch als Retter auf, um seine eigene schwache Position erträglicher zu gestalten, um sie ein wenig aufzuwerten.

Oder er ist von der Einstellung “Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.” geprägt. Dann spielt er den Retter, weil er zu wissen glaubt, was für andere Menschen gut ist, weil er auf andere Macht ausüben will.

Unabhängig davon, welche Grundeinstellung den Retter nun zu seinem Tun bewegt, kann festgestellt werden: Es handelt sich in keinem Fall um ehrlich gemeinte und uneigennützige Hilfe. Die Absichten des Retters sind andere, es geht ihm in Wirklichkeit nicht um den Hilfsbedürftigen, sondern um seine eigene Person. Entweder strebt er an, den in Schwierigkeiten geratenen Menschen durch seine Hilfe in Abhängigkeit zu sich zu bringen. Oder er will durch seine Retter-Rolle demonstrieren, dass es ohne ihn nun einmal nicht geht, dass er der einzige ist, der diese schwierige Situation erfolgreich bewältigen kann.

Typische Aussagen und Redewendungen, die der Rolle des Retters entsprechen, sind:

– “Versuchen Sie es doch einmal auf diese Weise.”

– “Ich wollte Ihnen wirklich nur helfen.”

– “Glauben Sie mir, ich will nur Ihr Bestes.”

– “Lassen Sie das doch mich machen. Ich werde es für Sie erledigen.”

C) Die Opfer-Rolle

Menschen, die diese Rolle im Rahmen des Drama-Dreiecks übernehmen, handeln nach der Grundauffassung: “Ich selbst bin hilflos. Du aber bist viel besser als ich.” (“Ich bin nicht o.k. – Du bist o.k.”). Sie sind keine Opfer im herkömmlichen Sinne, sie sind nicht wirklich Opfer eines Verbrechens, einer Katastrophe, einer Krankheit oder eines Unfalls geworden. Sie spielen diese Opfer-Rolle nur, um ihren Mitmenschen zu zeigen, dass sie hilflos, unterlegen und schwach sind (“Aus mir wird ja doch nie etwas”). Sie wollen die Aufmerksamkeit auf sich lenken, sie wollen bemitleidet werden.

Aber; “Opfer” dieser Kategorie werden in keinem Fall die Hilfe eines Mitmenschen, eines Retters annehmen. Das widerspräche ihren eigentlichen Absichten. Sie wollen ja den Kontakt zu anderen Menschen aufrechterhalten. Diese Beziehung wäre aber dann beendet, dieser Kontakt ginge dann verloren, wenn die vermeintliche Schwierigkeit bewältigt worden wäre!

Typische Aussagen eines Menschen, der die Opfer-Rolle spielt, sind:

– “O nein, das werde ich nie lernen!”

– “Ich bin total überlastet.”

– “Warum muss so etwas immer gerade mir passieren?”

– “Ich bin einfach zu dumm.”

Es spielt keine Rolle wie langsam Sie gehen,
so lange Sie nicht anhalten.”
Konfuzius

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