Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Spiele der Erwachsenen

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Spiele der Erwachsenen

Was war das bevor Du es gekocht hast?

Die oben gestellte Frage kann bei der angesprochenen Frau sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen. Ärger, Zorn, Wut, Enttäuschung können in verschiedenen Worten und Gesten zum Ausdruck kommen.

Eines aber ist unwahrscheinlich: Dass sie auf das eigentlich Gesagte eingeht, dass sie die eigentliche Frage beantwortet und darlegt, aus welchen Bestandteilen die Mahlzeit zusammengestellt ist.

Woran liegt das? Warum wird durch eine derartige Frage eine sinnvolle Gesprächsführung unmöglich gemacht?

Die Antwort ist recht einfach: Es handelt sich in diesem Fall um eine verdeckte Transaktion. Die wahre Absicht des Sprechers ist nicht zu erkennen, denn das Gesagte stimmt nicht mit dem überein, was er wirklich bezweckt, was er erreichen will.

Solche verdeckten Transaktionen sind typisch für Ränkespiele, für hinterlistige und hinterhältige Manöver.

Kehren wir zum obengenannten Beispiel zurück, und nehmen wir an, dass die wahre Absicht des Mannes die war, mit einigen Arbeitskollegen an diesem Abend zum Kegeln zu gehen. Er hat, um dieses Ziel zu erreichen, zwei Möglichkeiten:

  1. a) Er spricht direkt und offen über seine Absicht. Er führt eine offene, ehrliche Kommunikation.
  2. b) Er gebraucht einen Vorwand, er spielt ein Ränkespiel, das seine wahre Absicht verdeckt. Er tut dies deshalb, weil er glaubt, nur auf diese Weise sein Ziel verwirklichen zu können.

In der Variante b) kann es zu folgendem Wortwechsel kommen: Auf die Frage: “Was war das, bevor Du es gekocht hast?” kann die Frau beispielsweise antworten: ‘Wenn es Dir nicht gefällt, kannst Du ja woanders zu Abend essen!” Damit hat der Mann sein wahres Ziel erreicht. Er kann jetzt das tun, was er ohnehin vorhatte, er kann sich mit seinen Freunden treffen.

Berne hat in einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1967 solche Ränkespiele als “eine fortlaufende Reihe einfacher verdeckter Transaktionen, die zu einem gut erkennbaren, vorhersehbaren Ausgang führen”, definiert. Der vorhersehbare Ausgang, das Resultat solcher Spiele sind die negativen Gefühle und Empfindungen, die bei einem oder allen an diesem Spiel Beteiligten zurückbleiben werden.

Ränkespiele lassen sich durch folgende charakteristische Elemente bestimmen:

Ihr stereotyper, immer gleicher Ablauf, an dessen Anfang eine verdeckte Transaktion steht: Eine Beleidigung, eine Herabsetzung oder Abwertung des Gesprächspartners.

Das eigentliche Resultat, das am Ende des Spiels zustande kommt, liegt zu Anfang noch im dunkeln. Es bleibt zunächst verborgen.

Im allgemeinen laufen diese Spiele unbewusst ab. Das erschwert ihre Aufdeckung und Entlarvung zusätzlich.

Wichtig ist weiterhin, dass wir uns die Beweggründe und Motive, die diesen Spielen zugrunde liegen, klarmachen.

Ränkespiele werden inszeniert:

Um ein Ziel zu erreichen, das man nicht offen auszusprechen wagt.

Um die Bestätigung und Anerkennung anderer Menschen zu erfahren.

Um Aufmerksamkeit zu erheischen, auch wenn sie in Ablehnung oder Widerspruch zum Ausdruck kommt. Denn: Solche negativen Reaktionen und Äußerungen sind letztlich immer noch besser als überhaupt keine Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Um das Zustandekommen echter, tiefer Beziehungen zu vermeiden.

„Nicht weil die Dinge schwierig sind,
wagen wir sie nicht,
sondern weil wir sie nicht wagen,
sind sie schwierig.“
Lucius Annaeus Seneca

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