Höre, Mensch, wenn die Natur spricht!

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Weshalb es glückliche und unglückliche Häuser gibt. Weshalb im Wasser Musik wohnt. Weshalb Stroh geronnene Sonne ist und die Luft schwerer durch das Christuslicht. Weshalb Erdbeben eine Gnade sein können und die Natur jeden Karfreitag den Atem anhält: Die Naturgeister sagen es uns.

Verena S.v.H. kann seit ihrer Jugend Naturgeister sehen. Die Ingenieurin mit anthroposophischem Hintergrund und Mutter zweier Kinder lebt mit ihrem Ehemann seit 1995 in einer sehr alten, norddeutschen Wassermühle. Nach und nach nahmen die Elementar- und Naturgeister in ihrem Umfeld Kontakt zu ihr auf, d.h., sie waren anwesend und warteten darauf, von ihr angesprochen zu werden. „Da es für die Entwicklung der Erde und der Menschheit offensichtlich an der Zeit ist, daß immer mehr Menschen den Kontakt zur Ätherwelt wieder aufnehmen, haben auch die Geistwesenheiten das Bedürfnis, sich der Menschheit mitzuteilen“, schreibt Verena S. in ihrem Buch ‚Gespräche mit Müller‘ (siehe ZS-Buchmarkt). Müller ist übrigens der Hausgeist, der seit vielen Jahrhunderten die Wassermühle betreut. Die Idee, die Gespräche zu protokollieren und als Buch herauszugeben, wurde auch von den beteiligten Elementar- und Naturgeistern begeistert aufgenommen. Ein ganzes Jahr lang notierte Verena praktisch täglich die Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des (für die meisten) unsichtbaren Bereichs der Natur, dann schickt sie die Manuskripte an den Verlag der ‚Flensburger Hefte‘. Diese gaben die Protokolle schließlich als Bücher heraus und veröffentlichen zwei ihrer ‚Flensburger Hefte‘ mit selbst geführten Interviews mit Müller und seinen ‚Genossen‘. Aus diesen Publikationen, die Sie alle im ZS-Buchmarkt bestellen können, stammen die folgenden Auszüge.

Auch wenn Sie vom Gelesenen vielleicht sehr berührt sind und den Wunsch verspüren, die ‚Kontaktperson‘ Verena S. kennenzulernen, bitten wir Sie eindringlich, davon abzusehen. Verena S. wünscht keinerlei Öffentlichkeit und bittet, sie weder anzurufen, noch zu schreiben oder gar in ihrer Mühle zu besuchen. Sie möchte ihr Leben unbelästigt weiterführen wie bis anhin. Sollte der Kontakt mit den Naturgeistern weitergeführt werden, wäre dies auch die Vorbedingung dazu!

Müller spricht

„Guten Tag, hier spricht der Hausgeist des Hauses, in dem meine Familie und ich leben. Dieses Haus liegt in einem kleinen Ort in Niedersachsen. Das Haus ist eine alte Wassermühle in Fachbauweise. Es liegt an einem Fluß. Die Wassermühle ist seit einigen Jahren nicht mehr als Mühle in Betrieb. Zuletzt war sie eine Turbinenmühle, die durch eine Flügelradturbine angetrieben wurde. Die Turbine wurde von den Wassergeistern nicht gerne betrieben.“

Der Hausgeist heißt übrigens auf eigenen Wunsch Müller – sehr passend, wenn man bedenkt, daß sein Haus eine Mühle ist! In seiner Jugend vor über 700 Jahren war Müller eine Eiche und stand im Bayerischen Wald. Im besten Mannesalter wurde er durch eine Gruppe von sieben Männern mit Handsägen gefällt. Die Eichen wurden damals relativ früh geschlagen, da man sie als einzelne lange Stämme brauchte. Aus den Stämmen wurden Mühlbalken hergestellt. Müller gelangte teils auf Ochsenkarren, teils auf dem Fluß nach Norddeutschland. Das Flößen ist für die langsam sterbenden Baumgeister sehr unangenehm, doch Müller gelang es, lebend anzukommen. Der Müller-Baum wurde dort in die entstehende Mühle eingebaut. Da er der lebendigste Baumgeist war, übernahm er die Leitung des Baues. Seit dem Jahre 1310 „west er hier im feinstofflichen Sein und quält sich mit den menschlichen Besitzern der Mühle herum“.

Der Hausgeist

Die meisten Hausgeister gehen aus den Balken oder Steinen des Hauses hervor, waren also zuvor Baum- oder Steingeister. Kirchen haben in der Regel ein Wesen aus der Engelhierarchie als beseelenden Geist.

„Ich sorge dafür, daß das Haus ein Haus bleibt“, erklärt Müller. „Ich sorge dafür, daß es nicht auseinanderfällt, daß der Boden gerade bleibt und daß die Balken gerade bleiben – die Balken sind meine wichtigste Aufgabe. Ich bin dazu da, alles zu überprüfen. Ich überprüfe in meinem Haus jeden Tag alles, jedes einzelne Stück von oben bis unten. Dabei schaue ich nach, ob das jeweilige Stück noch gebrauchsfähig ist, ob die Menschen es noch brauchen, oder ob nur ich es noch brauche. Dann kümmere ich mich um den Kontakt mit den Angrenzenden: Das sind einerseits die Menschen, andererseits ist es z.B. Etschewit, der Nasse. Dieser Kontakt zu den angrenzenden Bereichen muß gut sein.“

Dabei gilt es zu bedenken, daß alles im Haus ebenfalls von niedriger stehenden Naturgeistern betreut wird – die Heizung, der Ofen, das Klavier, die Wasserrohre etc. Sie sind die Untergebenen des Hausgeistes. Diese weist er auch an, was zu tun ist, um das Haus tipptopp in Stand zu halten. Der Hausgeist bezieht einen Teil seiner Energie von den Bewohnern des betreffenden Hauses. Kümmern sie sich selbst nicht darum; geben sie dem Haus also keine Lebensenergie, dann kann er es nicht auf demselben Standard halten wie sonst. Steht ein Haus leer, „verschwindet dort die Notwendigkeit der Anwesenheit des Hauses. Dann kann ich es nicht mehr prüfen und heilen. Dann kommen die von den Anderen, die Wesenheiten des Verfalls, die dann für diesen Teil des Hauses zuständig werden bzw. Zugriff darauf erhalten.“ Das ist also der Grund dafür, daß ein leerstehendes Haus schneller zerfällt als eines, das bewohnt ist – obwohl man doch denken könnte, daß Bewohner einem Gebäude mehr Schäden zufügen.

Bei Gebäuden mit anderer Zweckbestimmung gelten andere Regeln. Da eine Scheune beispielsweise nicht die Aufgabe hat, Menschen zu beherbergen, ist deren Anwesenheit für die Erhaltungsfähigkeit des betreffenden Hausgeistes nicht vonnöten. „Dieses Geistwesen kann sein Gebäude ohne Menschen oder Tiere erhalten. Deswegen halten manche Scheunen, in denen etwas vor sich hin lagert oder so, auch so verblüffend lange.“

Hausgeister verlassen ihr Haus normalerweise nicht. Im Buch ‚Gespräche mit Müller‘ berichtet dieser aber von einer notwendigen kleinen Reise im Auto. Er benutzte dann ein Stück Holz seines Hauses als Aufenthaltsmedium. Mit zunehmender Entfernung von seinem Haus wird seine Substanz immer dünner. Entfernen sich die Hausgeister zu weit, schaffen sie es nicht, allein zurückzukommen. Doch wie gesagt, Hausgeister sind überaus hausgebunden in ihrer schützenden und erhaltenden Funktion.

Hausgeister kennen zwei Formen der Ruhe: Etwas ähnliches wie den menschlichen Schlaf sowie ein Zurückziehen von allen Lebensaktivitäten, vergleichbar dem menschlichen Koma, eine Art ‚Eingefrorensein‘. In diesem Zustand befinden sich beispielsweise im Winter die Pflanzengeister, wenn ihre Pflanze ruht. Manchmal begibt sich Müller am Sonntag in diesen erholsamen Zustand. Müller wechselt häufig seine Größe und Bekleidung. Letztere paßt er den Umständen an. Da es seiner Menschin, die ihn sehen kann, gefällt, wechselt er die Kleider öfters und auch die Stilepoche.

Hausgeister haben meistens ein Problem mit ‚ihren‘ Bewohnern, weil diese unwissentlich Dinge tun, die sie nicht mögen. Sie lieben es nicht, Nägel in die Wände gehauen zu bekommen; das tut ihnen weh. Schrauben sind glimpflicher.

Müller: „Das wichtigste aber ist, daß man den Hausgeistern sagt, was man am Haus tun will. Es reicht, einfach mit normaler Lautstärke in den Raum zu sprechen. Denken reicht am Anfang nicht. Dazu muß erst ein Grundkonsens da sein.“

Hausgeister mögen es gar nicht, wenn Menschen ständig ihre Einrichtung verändern, Möbel umstellen und Schubladen umräumen. Für den Hausgeist bedeutet dies ja, daß er ständig etwas in sich ändern muß. Während der griechischen und römischen Epoche opferten die Menschen auf ihren Altären den Hausgeistern. Müller: „Die Priesterinnen nannte man damals Vestalinnen. Uns Hausgeister nannte man Laren. Denen wurden Speis- und Trankopfer dargebracht. Vielleicht denkst du gleich mal an ein Trankopfer…“

Den Hausgeist verwöhnen

Müller sagt, daß er von anderen Hausgeistern beneidet werde, „weil meine Menschen mit mir umgehen“. Für die Natur- und Elementargeister ist es oft sehr frustrierend, für eine Menschheit wirken zu müssen, die sie hartnäckig ignoriert. Um so mehr freuen sie sich an kleinen Gesten der Wertschätzung und Anerkennung – gerade auch von Menschen, die sie nicht sehen können. Einem Hausgeist könne man ab und zu etwas Nettes hinstellen und sagen: ‚Das ist für Dich. Das finde ich schön. Und deshalb stelle ich es Dir hin.“ Gefragt, was Müller denn am liebsten möge, antwortet er: „Ich mag das am liebsten, was der Mensch am liebsten mag. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn ein Mensch sehr gerne Wasser trinkt, dann sollte er dem Hausgeist Wasser hinstellen, wenn er unheimlich gerne Champagner trinkt, sollte er ihm ein Glas Champagner hinstellen.“ Es könne auch Zwieback oder Kaviar sein, sagt Müller – je nach den Vorlieben des Menschen. „Ich teile Eure Sympathien und Antipathien. Wenn Ihr mir sympathisch entgegenströmt, macht Ihr mich dick und rund.“ Essenswaren, die für den Hausgeist bestimmt sind, solle man solange auf irgendein Regal stellen, bis sie verschimmeln, Getränke, bis sie ausgetrocknet sind oder Schimmelschichten bekommen. Dann sollte man sie schnell entfernen.

Hausgeister, die Fertigbauhäuser betreuen, hätten in der Regel gerne etwas Süßes, verrät Müller. Grund: Ihr Haus sei mit zuwenig Liebe gebaut worden.

Im Einklang mit den Naturgeistern bauen

Ein Fundament mußte früher immer einige Zeit ruhen – manchmal jahrelang, bevor weitergebaut wurde. Dies ist notwendig, damit sich die eingebauten Steine an ihre neue Umgebung gewöhnen und sich mit den ortsansässigen Naturgeistern in Kontakt und Konsens begeben können. Die Dauer des erforderlichen ‚Brachliegens‘ des Fundaments hängt davon ab, mit welcher inneren (geistigen) Einstellung das Haus gebaut wurde. Um ein gutes Fundament zu gründen, muß der ‚regionale‘ Naturgeist beteiligt werden. Besonders, wenn dieses Fundament in der Nähe oder direkt am Ufer eines Flusses liegt. Dieser Naturgeist beteiligt dann alle anderen Wesenheiten, welche mit dem Bau in Berührung kommen.

Wenn Häuser am falschen Platz gebaut werden, herrscht kein Friede in ihnen. Die ortsansässigen Naturgeister vertragen sich nicht mit dem Hausgeist und seinen Untergebenen (die ‚Subs‘ genannt werden). Müller: „Früher wußten die Menschen noch, wo Häuser am besten stehen. Das Wissen kam aus einer unbewußten, mehr träumenden Hellsichtigkeit. Die ist jetzt leider weg. Nun müssen wir uns so oft mit falsch gesetzten Bauwerken herumquälen. Viele Neubaugebiete sind feinstofflich eine Katastrophe.“

Die Naturgeister sprechen noch über viel mehr, beispielsweise über den Charakter und das Bewußtsein der Naturwesen, warum Wassergeister keine Turbinen mögen, über den Nöck und die Arbeit mit den geistigen Hierarchien, über die ätherische Welt, Musik, Licht, Gespenster, die Zeit, das Wort und die Sprache, den Kaffeegenuß und das Rauchen, über die Gentechnologie, die Geister der vier Elemente, das Vieh oder das geronnene Sonnenlicht im Stroh. Quelle: zeitenschrift.com

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