Kommunikation – Was ist Kommunikation?

Der Begriff Kommunikation bezeichnet folgenden Vorgang: Den Austausch von Mitteilungen, die wechselseitige Weitergabe von Gedanken, Erfahrungen und Nachrichten.

Die Kommunikation kann auf zwei Ebenen stattfinden:

Von Lebewesen zu Lebewesen oder

von einem Lebewesen zu einer Sache, zu einem Objekt.

Wir konzentrieren uns im folgenden auf den Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Jeder einzelne Kommunikationsprozess enthält drei Elemente:

  1. Den Menschen, der die Mitteilung macht, der eine Nachricht vermitteln will. Von ihm geht der Kommunikationsprozess aus, er setzt ihn in Gang. Wir können diesen Auslöser den KOMMUNIKATOR, SPRECHER oder SENDER nennen.
  2. Die Mitteilung selbst. Dieser eigentliche Inhalt des Kommunikationsprozesses kann auch als BOTSCHAFT oder NACHRICHT bezeichnet werden.
  3. Und schließlich die Person, auf die sich der Sprecher bezieht. Die Person, die die Nachricht erfahren und empfangen soll. Dieser Mensch ist der ADRESSAT der Botschaft, der REZIPIENT, EMPFÄNGER oder ZUHÖRER.

Im allgemeinen geht man von der Annahme aus, dass die zwischenmenschliche Kommunikation der gegenseitigen Verständigung dienen soll.

Wir wollen den Begriff aber weiter fassen: Kommunikation kann auch dann stattfinden, wenn der Vorgang nicht absichtlich eingeleitet wurde, wenn der Kommunikationsprozess nicht bewusst in Gang gesetzt wurde. Das heißt: Kommunikation kann auch dann erfolgen, wenn sie nicht die gegenseitige Verständigung zum Ziel hat.

Wir müssen uns klar machen:

Der Vorgang der Kommunikation beschränkt sich nicht allein auf den Inhalt der Nachricht, auf die Wörter, die wir mit einem Mitmenschen austauschen.

Zur wechselseitigen Kommunikation gehören ebenfalls:

Der Tonfall des Sprechers. Die Geschwindigkeit, mit der gesprochen wird. Denn: Eine Mitteilung kann hastig oder betont langsam und deutlich vorgetragen werden. Weitere Elemente der Kommunikation: Mögliche Sprechpausen, ein Lachen, ein Seufzer, ein Blickkontakt oder eine körperliche Berührung während des Sprechens. Die Gestik und der Gesichtsausdruck der Gesprächspartner. So gesehen, bezeichnet Kommunikation all unsere Verhaltensweisen, die wir während des Sprechens an den Tag legen.

In Fortführung dieses Gedankens kommen wir zu dem Schluss:

Jede Verhaltensweise eines Menschen enthält eine bestimmte Mitteilung, sie übermittelt seinen Mitmenschen eine Botschaft, die auf verschiedene Weise ausgelegt werden kann.

Das heißt:

Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren.

Die Mitteilung selbst enthält zwei Elemente:

Zunächst den reinen Inhaltsaspekt. Damit ist die inhaltliche Aussage, die Information selbst gemeint.

Hinzu kommt in jedem Fall von Kommunikation der Beziehungsaspekt. Dieses wichtige Element gibt Auskunft darüber, wie der Sprecher seine Nachricht verstanden wissen will. In welchem Verhältnis, in welcher Beziehung er sich zum Empfänger seiner Botschaft sieht. Der Beziehungsaspekt im Rahmen der Kommunikation umschreibt das persönliche Element, das persönliche Verhältnis zwischen Sprecher und Empfänger.

Kommunikationskonflikte

Obwohl die Menschen seit Jahrtausenden an der Verbesserung ihrer Fähigkeiten zur Kommunikation arbeiten, treten während eines Gesprächs allzu oft Missverständnisse und Fehldeutungen auf. Worin liegen die Ursachen dieser vermeidbaren Ungereimtheiten und Konflikte?

Wir müssen zwei Bereiche auseinander halten:

Einerseits lässt jede Aussage verschiedene Deutungen, verschiedene Auslegungen zu. Die gleichen Worte können von verschiedenen Menschen unterschiedlich verstanden und aufgefasst werden.

Andererseits können die Ursachen möglicher Missverständnisse beim Sprecher selbst liegen. Denn: Wir haben nicht gelernt, uns klar und eindeutig verständlich zu machen, uns klar und eindeutig auszudrücken.

Die Störungen, die in der Kommunikation auftreten, können den Inhaltsaspekt oder den Beziehungsaspekt betreffen. Es ergeben sich darüber hinaus aber auch Extremfälle und Mischformen.

Der positive Extremfall, die ideale Ausgangslage: Auf der Inhalts- wie auf der Beziehungsebene herrschen Einigkeit.

Der negative Extremfall, die schlechteste aller möglichen Ausgangspositionen: In beiden Bereichen, auf der Inhalts- wie der Beziehungsebene, herrscht Uneinigkeit.

Folgende Mischformen können auftreten:

Einigkeit und gegenseitiges Verständnis im Beziehungsbereich – Uneinigkeit und Differenzen auf der inhaltlichen Ebene. Dieser Zustand kann als die reifste und best entwickeltste Form menschlicher Kommunikation bezeichnet werden: Die Meinungsverschiedenheiten, die rein inhaltlicher Natur sind, können fair und gerecht ausgetragen werden, weil eine intakte Beziehung dies ermöglicht.

Einigkeit und Gleichklang im inhaltlichen – Uneinigkeit und Misstöne auf der Beziehungsebene. Eine solche Ausgangsposition ist bedeutend gefährlicher: Die Beziehung wird nur durch inhaltliche Übereinstimmungen zusammengehalten. Jede Differenz im inhaltlichen kann die Beziehung sofort gefährden. Es kommt in diesen Fällen oft zu unehrlichem Verhalten. Man vermeidet es, berechtigte inhaltliche Unterschiede anzusprechen. Oder: Um die gemeinsame Beziehung zu stärken und zu festigen, werden unbewusst inhaltliche Übereinstimmungen gesucht, die tatsächlich gar nicht vorhanden sein müssen. Ein Beispiel: Man versichert sich gemeinsamer Sorgen und Schwierigkeiten, um die Beziehung nicht zu gefährden.

Für Sie, aber sollte eine andere Regel gelten, eine Regel, die einzelne Bereiche nicht unzulässigerweise vermischt:

Klären Sie die Unstimmigkeiten auf der Ebene, auf der sie tatsächlich auftreten.

Denn: Der Versuch, Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten im Beziehungsbereich auf der inhaltlichen Ebene auszuräumen, und der Versuch, tatsächliche und gerechtfertigte Meinungsverschiedenheiten auf der Beziehungsebene zu klären, können nie zu einer befriedigenden und tragfähigen Lösung führen. Ganz im Gegenteil: Sie stiften unnötige Verwirrung und können gar die noch intakte Ebene in negativer Hinsicht beeinträchtigen.

Eine weitere Regel:

Im negativen Extremfall, wenn Uneinigkeit im Inhaltlichen wie im Beziehungsbereich vorliegt, muss zunächst damit begonnen werden, das persönliche Verhältnis, die zwischenmenschliche Beziehung zu fördern und auszubauen. Das heißt: Die Beziehung selbst wird zum Gegenstand der Gespräche und Diskussionen. Sie wird zum wichtigen Inhalt der zwischenmenschlichen Kommunikation. Und erst wenn diese Unstimmigkeiten beseitigt sind, wenn eine gute und intakte Beziehung besteht, sollten wir uns der Klärung inhaltlicher Fragen und Meinungsverschiedenheiten widmen.

Offene Kommunikation

Eine offen geführte Kommunikation ist die Grundvoraussetzung für eine tiefe, tragfähige und befriedigende zwischenmenschliche Beziehung.

Das heißt: Wir müssen versuchen, dem Mitmenschen gedanklich näherzukommen, wir müssen versuchen, seine Anliegen und Aussagen zu begreifen. Das kann uns nur gelingen, wenn wir gleichermaßen Sender und Empfänger, Sprecher und Zuhörer sind.

Gerade das um gegenseitiges Verständnis bemühte Zuhören ist ein wichtiges und bedeutendes Element jeder offenen Kommunikation. Denn: Wir können von unseren Gesprächspartnern keine Offenheit und Ehrlichkeit erwarten, wenn wir uns selbst nicht in dieser Weise verhalten. Nur wenn wir selbst zu offener Kommunikation bereit sind, wenn wir ein Beispiel offener Kommunikation geben, nur dann werden auch unsere Gesprächspartner das nötige Zutrauen und Vertrauen zu uns gewinnen, um ihrerseits offen zu sprechen.

Verstehendes Zuhören

Ohne verstehendes Zuhören wird eine offene Kommunikation nicht zustande kommen.

Ein um das Verständnis des Gegenübers bemühtes Zuhören heißt: Wir müssen dazu in der Lage sein, die Mitteilung unseres Gesprächspartners so zu verstehen, wie er sie tatsächlich meint. Wir müssen die Absichten und die Gefühle erkennen, die er mit der Nachricht verbindet.

Unser Ziel muss es sein, den Standpunkt unseres Gesprächspartners zu erfassen. Zu begreifen, was er denkt und empfindet, was er zum Ausdruck bringen will. Wir müssen uns in seine Position versetzen, in seine Person hineindenken, die Welt mit seinen Augen sehen. Und dies auch dann, wenn seine Gedanken und Vorstellungen nicht den unseren entsprechen, wenn sich seine Gefühle und Empfindungen von den unseren unterscheiden. Grundlage offener Kommunikation ist:

Wir nehmen unseren Gesprächspartner ernst, wir schätzen seine Person und seine persönliche Meinung.

Unsere Grundhaltung muss geprägt sein von Offenheit, Ehrlichkeit, Vorurteilslosigkeit, Sympathie und Wertschätzung für unser Gegenüber. Diese positive Grundhaltung bewirkt bestimmte Verhaltensweisen, die das verstehende Zuhören fördern und begünstigen.

„Hindernisse können mich nicht aufhalten;
Entschlossenheit bringt jedes Hindernis zu Fall.“
Leonardo da Vinci

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