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Strokes – Strokes entscheiden über Ihr Wohlbefinden

Strokes entscheiden über Ihr Wohlbefinden

Was verbirgt sich hinter dem für alle Menschen so wichtigen Begriff der “Strokes”?

Ins Deutsche übertragen, würde man wohl sagen: Strokes sind Impulse und Anstöße, Strokes können als Antrieb, als Anregung, als Ermunterung verstanden werden. Das heißt: Jede Art von Aufmerksamkeit und Zuwendung, die uns zuteil wird oder die wir unseren Mitmenschen widmen, kann als ein Stroke bezeichnet werden.

In dem Augenblick, da die materiellen Grundbedürfnisse befriedigt sind, in dem Moment, da dem Menschen alles an Nahrungsmitteln zur Verfügung steht, was er zum Überleben braucht – in diesem Stadium wird das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, nach Anerkennung und Zuwendung seitens seiner Mitmenschen zu seinem Hauptanliegen werden.

Wir müssen uns die große Bedeutung der Strokes für unser seelisches Wohlbefinden vor Augen führen: Ohne ein ausreichendes Maß an Strokes werden wir uns unwohl fühlen, wir werden lustlos, reagieren falsch, überhastet, unüberlegt. Wir werden zu Verlierern- In besonders schlimmen Fällen kann es zu schwerwiegenden psychischen Störungen kommen, ja ein Mangel an Strokes kann schließlich gar zum frühzeitigen Tod führen.

Deshalb ist ein ständiger Austausch von Strokes, ein ständiges Geben und Erhalten zwischen Ihnen und Ihrer Umwelt von ausschlaggebender Bedeutung für Ihre mitmenschlichen Beziehungen.

Wir haben im folgenden drei Gruppen von Strokes zu unterscheiden:

  1. a) positive oder negative
  2. b) physische oder psychische
  3. c) bedingte oder unbedingte Strokes.
  4. Positive Strokes – negative Strokes – keine Strokes

Positive Strokes stärken unser Selbstbewusstsein und heben unsere Stimmung. Sie geben uns ein Gefühl der Zufriedenheit und der Ausgeglichenheit. Wir spüren, daß wir eine bedeutende, eine wichtige Persönlichkeit sind. Diese Formen von positiven Strokes können sich ausdrücken in: Anerkennung, Aufmerksamkeit, Lob, Dankbarkeit, Freude, Stolz und Bewunderung.

Negative Strokes dagegen drücken auf unser Gemüt, sie machen uns traurig und unsicher. Sie machen uns zu Versagern und Verlierern.

Einige Beispiele für negative Strokes: Kritik, Verachtung, Enttäuschung, Kummer, Misstrauen, Undankbarkeit, Schadenfreude und Spott.

Das Schlimmste aber, was einem Menschen widerfahren kann, ist dann gegeben, wenn er überhaupt keine Strokes seitens seiner Umwelt erfährt. Ohne Strokes leben zu müssen, wiegt viel, viel schwerer als jeder noch so negative Stroke.

Die völlige Isolation, die völlige Abgrenzung von der Umwelt wird bei Strafgefangenen schnell zu schwerwiegenden geistigen und seelischen Schäden führen. Aber: Wenn der Strafgefangene vor den Augen anderer Mithäftlinge ausgepeitscht und geschlagen wird, dann kann er, so merkwürdig das auf den ersten Blick auch klingen mag, in geistiger Hinsicht leichter überleben. Denn: Er fühlt, dass er von anderen beachtet wird, er spürt, dass er auf andere einen gewissen Eindruck macht. Das vermag sein Selbstwertgefühl zu steigern. Das stärkt ihn.

Zahlreiche Untersuchungen und Studien aus der Arbeitswelt haben folgendes Ergebnis erbracht: Die meisten Konflikte und Auseinandersetzungen, die größte Personalfluktuation, das schlechteste Betriebsklima und die größte Anzahl von Fehltagen treten in solchen Firmen auf, in denen den Mitarbeitern keinerlei Aufmerksamkeit zuteil wird. In denen die Mitarbeiter mit reiner Routinearbeit allein gelassen werden. Zum Beispiel am Fließband.

Physische Strokes – psychische Strokes

Neben der Unterteilung in positive oder negative Strokes müssen wir eine weitere wichtige Unterscheidung vornehmen: Die Trennung von psychischen und physischen Strokesformen. Bei der Unterscheidung ist es ausschlaggebend, ob es sich um eine physische, eine körperliche Berührung handelt, oder ob beim Austausch der Strokes eine gewisse körperliche Distanz gewahrt bleibt.

Bedingte Strokes – unbedingte Strokes

Die letzte Unterscheidung, die wir schließlich zu treffen haben, lautet: Handelt es sich bei der Aufmerksamkeit, der Anerkennung um einen bedingten oder einen unbedingten Stroke?

Einige Beispiele sollen Ihnen den Unterschied klarmachen:

Bedingte Strokes sind solche Zuwendungen, die zu bestimmten, vorhersehbaren Anlässen geleistet werden.

Also: Weihnachtskarten, Geburtstagsgeschenke, das regelmäßige Taschengeld der Kinder, Verkaufsprämien, Reden zur Hochzeit, zur Konfirmation, zu bestimmten Jubiläen.

Das heißt: Bedingte Strokes sind geplant, sie werden uns zu einem besonderen Anlass oder aufgrund einer besonderen Leistung zuteil. Wir sind in der Regel auf sie vorbereitet. Aus diesem Grund werden sie uns selten als Überraschung, als unvorhergesehenes und unerwartetes Ereignis erscheinen. Sie üben folglich keine so starke Wirkung auf uns aus, ja sie können gar als pure Selbstverständlichkeit, als nicht unbedingt ehrlich gemeinte Schmeichelei empfunden werden. Wir sehen darin womöglich den Versuch, uns in einer bestimmten Richtung beeinflussen, etwas Bestimmtes erreichen zu wollen,

Unbedingte Strokes dagegen kommen überraschender und spontaner. Sie sind von uns nicht vorhergesehen worden, wir haben sie nicht erwartet. Aus diesem Grund werden sie zumeist eine stärkere Wirkung entfalten, sie werden von uns als ehrlich und wirklich gutgemeint empfunden.

Einige Beispiele:

Der überraschende Brief eines Freundes. Er schreibt Ihnen, dass er sehr oft an Sie denkt und dass er die Freundschaft zu Ihnen als etwas sehr Wichtiges und Wertvolles empfindet.

Der spontane Freudenschrei Ihres Kindes, das Sie unerwartet auf der Straße antrifft.

Ein kleiner, unvorhergesehener Flirt.

Die Bedeutung der Strokes

Man kann den Zustand eines Menschen, dem von seinen Mitmenschen Strokes zuteil werden, mit dem Stand eines Bankkontos vergleichen, mit der Bilanz von Soll und Haben. Die positiven Strokes, Lob, Anerkennung, Beförderung, das erfolgreiche Absolvieren einer Prüfung, werden auf der Habenseite Ihres Kontos verbucht. Entscheidend ist es, welche Bilanz Ihr persönliches Konto aufweist. Sind die positiven Strokes eindeutig in der Überzahl, dann wird das auf Ihre Grundstimmung, Ihr Wohlbefinden sehr stark einwirken. Sie werden selbstsicherer und zufriedener sein. Und: Es wird Ihnen gelingen, kleine Rückschläge oder Misserfolge leichter zu verkraften.

Das heißt: Eine positive Strokes-Bilanz macht Sie zu einem erfolgreichen Menschen, zu einem Gewinner!

Überwiegen dagegen die negativen Strokes, steht Ihr persönliches Konto gleichermaßen im Minus, dann werden Sie zaghafter und zögerlicher. Ihre Widerstandskraft lässt nach, Sie werden schneller die Nerven verlieren. Es bleibt nicht aus, dass Sie zum Verlierer werden, dass Sie keine Erfolge ausweisen können.

Gravierende Defizite in der Strokes-Bilanz können schnell zu Verhaltensstörungen und geistigen Schwächen führen.

In diesem Sinne kann man das Leben als eine ständige Suche, als einen immerwährenden Kampf um Strokes beschreiben. Etliche Psychologen sind zu der Auffassung gelangt, dass das Geben und Erhalten von Strokes für uns so wichtig ist wie unser tägliches Brot. Es macht den eigentlichen Sinn, den wirklichen Inhalt unseres Lebens aus.

Ein Hund, der Aufmerksamkeit und Zuwendung erfährt, dem positive Strokes wie Streicheln und Kraulen zuteil werden, ein solcher Hund wird automatisch ruhiger und ausgeglichener leben. Er wird sich wohl fühlen und dies auch entsprechend zeigen. Ist der Hund dagegen einer Vielzahl von negativen Strokes ausgesetzt, wird er beschimpft, erfährt er Missachtung oder ungerechtfertigte Strafen, dann wird sich das zwangsläufig auf sein Verhalten auswirken: Entweder wird er unterwürfig und kriecherisch oder gar hinterhältig und bissig.

Einen wichtigen Vorteil aber hat ein solches Tier im Vergleich zum Menschen: Der Hund kennt keine Hemmungen, er wird immer wieder um Aufmerksamkeit und Zuwendung nachsuchen, sobald er ein entsprechendes Bedürfnis spürt. Das aufgeregte Schwanzwedeln, das die Wiedersehensfreude zum Ausdruck bringt, ist dafür ein deutlicher Beweis.

Auch auf einer anderen Ebene zeigt sich die große Bedeutung der Strokes für die Weiterentwicklung des Menschen.

Vergegenwärtigen wir uns die Ausgangsposition eines kleinen Kindes: Es ist unselbständig, wird oft getadelt, macht oft Fehler. Es kleckert, es macht ins Bett, und es kann sich nicht allein anziehen. Das Kleinkind hat ein starkes Bedürfnis, diese unverschuldeten Negativ-Strokes auszugleichen: Immer wieder sucht es um positive Impulse und Anstöße nach, es will gelobt und beachtet werden. Das Kleinkind hat in dieser Beziehung keine Hemmungen, es zeigt seine Gefühle und Bedürfnisse offen. Und wenn es nicht genügend positive Strokes erhält, wird es sehr raffinierte Methoden und Verhaltensweisen entwickeln, um doch noch sein Ziel zu erreichen.

Ein Kind weiß beispielsweise sehr wohl, dass es einen Austausch von Strokes, einen wechselseitigen Prozess gibt. Das heißt: Wenn es selbst lobt, dankbar ist, seine Liebe zeigt, dann wird es solche Zuwendung auch wieder erfahren. Das eigene positive Verhalten wird auf das Kind selbst zurückwirken.

Aber: Wenn das Kind nicht genügend positive Strokes bekommt, wird es versuchen,   ’ auf andere Weise die Aufmerksamkeit seiner Umwelt zu erregen. Es wird wenigstens versuchen, negative Strokes zu erhalten. Solche Kinder werden zu Unruhestiftern oder Klassenclowns. Und dies nur deshalb, weil es ihnen als einzige Möglichkeit erscheint, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen.

Die erwachsenen Menschen aber haben die Verhaltensregeln der Kindheit verdrängt und vergessen. Sie zeigen ihre Gefühle und Bedürfnisse nicht mehr deutlich. Im Gegensatz zum Kind verheimlichen sie ihr Bedürfnis nach positiven Strokes.

Sobald Erwachsene zu wenige oder beinahe gar keine Strokes mehr erhalten, beginnen sie, sich merkwürdig und ungeschickt zu benehmen. Sie suchen den Grund für ihr schlechtes Befinden bei ihrer Umwelt, sie klagen und jammern, sie werden griesgrämig und gereizt. An allem sind fortan immer die anderen schuld. Am ausbleibenden Erfolg, am schlechten Wetter, an den schlechten Zeiten… Werden ihnen im beruflichen Bereich nicht genügend positive Strokes zuteil, dann versuchen sie, diesen Mangel in der Partnerschaft, in der Familie auszugleichen. Und reicht auch dies nicht aus, die Bilanz ins Positive zu wenden, dann sind sie bestrebt, bei besonderen Anlässen, bei Festen oder Geschäftsreisen, aufzutrumpfen.

Die meisten Ehebrüche sind nicht das Resultat unbefriedigter sexueller Bedürfnisse, sondern sind allein darauf zurückzuführen, dass der jeweilige Ehepartner zu wenige Strokes erfahren hat.

Und wenn es gar nicht mehr anders geht, versuchen diese Menschen es auf einem anderen Gebiet: Sie trachten danach, sich ihre Strokes zu erkaufen.

Solche gekauften Strokes bezeichnet man auch als Statussymbole. Statussymbole, die ihren Besitzer nur dann befriedigen, wenn er sicher sein kann, dass seine Umwelt sie auch tatsächlich bemerkt. Denn er hat sie nicht erworben, weil er sie brauchte oder wollte, sondern weil er damit Aufmerksamkeit erregen, Aufmerksamkeit auf sich lenken will.

Solche Statussymbole können sein: Schmuck, Autos, Pelze, exclusive Wohnungseinrichtungen, kostbare Schreibgeräte oder Feuerzeuge.

Diese Ausführungen haben eines sehr deutlich gemacht:

Es fällt vielen Menschen schwer, Strokes auf natürliche, selbstverständliche Art und Weise weiterzugeben beziehungsweise selbst zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es der Übung und der Überlegung.

Sie müssen immer beachten: Nur ehrlich gemeinte Strokes zeigen auch tatsächlich Wirkung. Und: Positive Strokes, die Sie Ihren Mitmenschen zuteil werden lassen, werden, wenn sie nicht wirklich ehrlich gemeint waren, schnell entlarvt. Ihr Gegenüber wird merken, dass Sie ihm nur schmeicheln wollten, dass Sie ihm im Grunde etwas vorgemacht haben.

Denn: Ihre Körpersprache wird Sie entlarven!

An Ihrer Körpersprache können Ihre Mitmenschen ablesen, was Sie tatsächlich bezwecken. Ob Sie es ehrlich meinen oder nicht. In den nächsten Einheiten dieses Programms werden wir den wichtigen Faktor der Körpersprache noch ausführlich erläutern.

Eines aber sollten Sie schon jetzt beherzigen:

Wenn Sie aus irgendeinem Grund einen beabsichtigten Stroke nicht gleich geben konnten, dann lassen Sie sich trotzdem nicht von Ihrer ehrlichen Absicht abbringen. Holen Sie das Versäumte nach, sobald sich Ihnen eine neue Gelegenheit bietet.

Denn: Ein verspätet gegebener Stroke ist immer besser als ein nicht gegebener.

„Wer heute einen Gedanken sät,
erntet morgen die Tat,
übermorgen die Gewohnheit,
danach den Charakter
und endlich sein Schicksal.“
Gottfried Keller

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