Das Geheimnis der Spiritualität – Die Sehnsucht nach dem Unfassbaren | Erfolgsebook
 

Das Geheimnis der Spiritualität – Die Sehnsucht nach dem Unfassbaren

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psychology-2001850_960_720 Das Geheimnis der Spiritualität – Die Sehnsucht nach dem Unfassbaren

Bild Quelle: pixabay.com

Bevor wir aber zu der Wirkungsweise der Mind-Machine kommen, machen wir uns zunächst einige Gedanken über die früheren Möglichkeiten der Selbsterfahrung.

Bewusstsein, seine Veränderung und Erweiterung war jahrtausendelang nur wenigen Auserwählten vorbehalten. Dem Volk verbot die junge christliche Kirche bereits im ersten ökumenischen Konzil von Nicäa im Jahre 325 n.Chr. jede Form der Selbsterfahrung und Bewusstseinserweiterung. Nur in Klöstern konnte man später mit Askese, Ritualen und Exerzitien mystische Erfahrungen herbeiführen.

Jede mystische Erfahrung außerhalb des orthodoxen Mysterienweges wurde in Byzanz sofort mit dem Tode bestraft. Auch die katholische Kirche hat mit der Inquisition eine konsequente Ausrottung von Menschen durchgeführt, die sich auf diesem Gebiet betätigten.

Während in früheren Zeiten die großen Kirchen für wohldosierte und kontrollierte Versorgung mit seelischen Ausnahmezuständen sorgten, z.B. mit Kreuzzügen und Glaubenskriegen, übernahmen mit Beginn der Neuzeit immer mehr die weltlichen Regierungen diese Aufgabe, was schließlich in den beiden großen Kriegen unseres Jahrhunderts gipfelte.

Dies ist vielleicht nur deshalb möglich, weil der Mensch ein natürliches Bedürfnis hat, andere, als die alltäglichen Bewusstseinszustände zu erreichen. Eine harmlosere Form davon begann in den sechziger Jahren beispielsweise mit den Hippies, den Blumenkindern, den Yippies, den Aussteigern, den aufbegehrenden Studenten -diesmal jedoch unter dem Motto “Make love – not war”.

Durch die Hippies wurden Drogen, Marihuana, Haschisch und LSD, fast für jedermann zugänglich. Damit wurden die ersten neuartigen, kollektiven Erfahrungen mit “anderen Bewusstseinszuständen” erzeugt. Höhepunkte dieses Trends waren riesige Friedensdemonstrationen und monströse Pop-Festivals, wie beispielsweise auf der Isle of Wight in England, in Monterey oder das unvergessliche Woodstock-Festival in den USA mit über 300.000 Besuchern.

Aus diesen Bewegungen entwickelte sich die New-Age-Bewegung, die anstelle von Drogen Techniken zu erarbeiten begann, mit Hilfe von Körperarbeit, Tanz, Bewegung oder durch spezielle Atemübungen die gleichen Phänomene zu erreichen.

Außerdem wurde das von Geheimzirkeln jahrtausendelang gehütete mystische Wissen aus aller Welt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Waren es am Anfang Außenseiter und Aussteiger, so erfasste die Bewusstwerdungswelle in den 70er und 80er Jahren immer breitere Bevölkerungskreise.

Hausfrauen und Topmanager, Verkäufer und Akademiker sitzen heute gleichermaßen in Meditationsgruppen, besuchen Seminare und Workshops, machen sich auf die “Reise nach innen”. Immer mehr Menschen in unserer Zeit gehen diesen Weg der Bewusstseinserweiterung.

Da hörte man von den Erfahrungen von Mönchen in West und Ost, von Tibet, Ladakh, der Zen-Philosophie in Japan oder Gurus in Indien und dass es ein langer, langer Weg sei. Nur, 20 Jahre im Kloster oder ein langjähriges individuelles Training bei einem Meister ist für die meisten schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich. So wurde nach Wegen gesucht, vielen Menschen andere Bewusstseinszustände zu ermöglichen, und zwar auf möglichst einfache Art und Weise.

Die Entwicklungsgeschichte der Mind-Machines

In unserer technologischen Zeit war es lediglich eine Frage der Zeit, bis Mind-Machines entwickelt werden mussten. Ihren Anfang nahm diese Entwicklung mit der Entdeckung des deutschen Arztes Hans Berger 1924 in Jena: Auf der Suche nach der Funktionsweise der Telepathie entdeckte er, dass das Gehirn elektrische Gehirnwellen aussendet, die in einem sogenannten Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet werden können.

Bereits zu Beginn fand Berger die Alpha-Wellen mit einer Frequenz von 8 bis 13 Hertz (Hz). Dies ist die Bezeichnung der Meßeinheiten, in der die Schwingungsfrequenz unseres Gehirns pro Sekunde ausgedrückt wird.

Etwa 1935 bestätigten die englischen Forscher Adrian und Matthews Bergers Entdeckung und kamen durch die Überprüfung einer 1929 von Golla publizierten Vermutung zur Entdeckung der Delta-Wellen (1 bis 3 Hz).

Die Grundlagen für die Technologie der heutigen “Gehirnmaschinen” legte einer der wichtigsten Pioniere auf diesem Gebiet, der britische Forscher William Grey Walter, der 1943 die Theta-Wellen (4 bis 7 Hz) entdeckte. Schon 1946 experimentierte er mit rhythmischen Reizen wie Lichtblitzen und Stroboskopen, die er sowohl auf geschlossene wie offene Augen einwirken ließ.

Er stellte fest, dass bei gewissen Frequenzen der Reiz nicht nur Veränderungen im Sehzentrum bewirkte, sondern das gesamte Gehirn erfasste und in synchrone Schwingungen versetzt wurde. Eine der wichtigsten Entdeckungen war auch die Tatsache, dass Frequenzen von 1 bis 3 Hz, das sind Delta-Wellen, die körpereigenen Abwehrkräfte, also das Immunsystem, mobilisieren.

William Grey Walter fand 1946 auch bereits heraus, dass die Wirksamkeit von einer fein abgestimmten Synchronisation der Lichtreize und der Gehirnwellen abhängt.

Der Forscher Robert Monroe nannte die Gehirnwellensynchronisation Frequenz-Folge-Reaktion, kurz als FFR bezeichnet. Seine Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die Schwingungszahl der Gehirnwellen die Tendenz hat, sich innerhalb weniger Minuten zugeführten Licht- und Tonreizen anzugleichen.

Dies funktionierte unter der Voraussetzung, dass sich die Frequenz der Ton- und Lichtsignale von der Genfrequenz um nicht mehr als 10 Prozent unterscheidet.

1956 zeigte dann R. Frances, dass auch bestimmte Musik und andere akustische Reize Gehirnwellen und Herzfrequenz eines Menschen synchronisieren können.

Eine Vorstufe zur Entwicklung der modernen Mind-Machines waren die Biofeedback-Geräte, die von einigen unabhängig voneinander arbeitenden amerikanischen Forschern bereits in den fünfziger und sechziger Jahren entwickelt worden waren. Durch die explosionsartigen Fortschritte in der Elektronik während und nach dem zweiten Weltkrieg war die Abnahme und Verstärkung schwächster elektrophysiologischer Signale auf der menschlichen Hautoberfläche möglich geworden.

Diese sonst nicht wahrnehmbaren Signale konnten nun sichtbar und hörbar gemacht werden. Mit dieser Möglichkeit hatten Versuchspersonen die Gelegenheit, über Abläufe und Reaktionen des Körpers Informationen zu bekommen.

Durch gezieltes Biofeedback-Training wurde es auf diese Weise erlernbar, selbst auf automatische, bislang als nicht bewusst steuerbar bezeichnete Mechanismen in unserem Körper Einfluss zu nehmen.

Mit diesen Erkenntnissen erschienen jetzt auch auf einmal – von westlichen Wissenschaftlern bis dahin belächelt – Praktiken und Fähigkeiten indischer Yogis in einem völlig neuen Licht.

Eine Methode zur differenzierten Muskelentspannung für Behinderte, zum Ausgleich für verlorene Gliedmaßen und zur Kräftigung von geschwächten Körperteilen wurde von John Basmajian auf Grund des elektromyograpischen Feedbacks, also einer Rückmeldung der Muskelentspannung, entwickelt.

Das, was von Neurologen als unmöglich angesehen wurde, gelang dadurch: Die Beherrschung kleinster Muskeleinheiten läuft auf eine Kontrolle einzelner motorischer Zellen im Rückenmark hinaus.

Joe Kamiya hatte eine noch weiter reichende Idee. Wenn ein Mensch durch ein EEG-Gerät ständig über seine eigenen Gehirnwellen informiert würde, so überlegte er, müsste er vielleicht fähig sein, diese willentlich ein- und auszuschalten. Er schloss ein EEG-Gerät so an, dass jedesmal, wenn im Sehhirn am Hinterkopf bei einer Versuchsperson Alpha-Wellen auftraten, ein Tonsignal ausgelöst wurde.

Der Erfolg war überwältigend. Seine College-Studenten lernten sehr rasch, den Ton willkürlich hervorzubringen. Kamiya begann danach, die verschiedenen Bewusstseinszustände zu untersuchen, die mit verschiedenen Arten von Gehirnwellen verbunden sind.

„Der erfolgreiche Mensch beschäftigt sich
mit den Interessen der anderen
und der gewöhnliche Mensch
vorwiegend mit seinen eigenen Interessen!“
Alfred Adler

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