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Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Das Abbrechen von Spielen

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pair-707506_960_720 Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Das Abbrechen von Spielen

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Das Abbrechen von Spielen

Beherzigen Sie, in Zukunft folgende Grundregel: Sobald Sie bemerken, dass Sie – unbeabsichtigt – Teilnehmer eines Ränkespiels zu werden drohen, ziehen Sie die richtige Konsequenz. Beteiligen Sie sich nicht an diesem Spiel, übernehmen Sie nicht die Rolle, die Ihnen Ihr Gesprächspartner zugedacht hat.

Ein Beispiel:

Für einen Menschen, der die Rolle des Opfers spielen möchte, ist die Mitwirkung eines Retter-Darstellers unverzichtbar. Wenn Sie sich nun weigern, diese Rolle zu übernehmen, wird das Spiel für Ihren Gesprächspartner seinen Reiz verlieren.

Und noch etwas ist sehr wichtig: Vermeiden Sie es, aus dem stützenden oder dem kritischen Eltern-Ich heraus zu reagieren.

Denn:

Das stützende Eltern-Ich würde die Abhängigkeit Ihres Gesprächspartners verstärken. Es fiele ihm leichter, die Rolle des Opfers zu spielen.

Das kritische Eltern-Ich würde den Widerstand und die Hartnäckigkeit eines Menschen verstärken, der Ihnen gegenüber die Rolle des Verfolgers einnehmen will. Es würde andererseits die Schuldgefühle desjenigen vergrößern, der in die Opfer-Rolle schlüpfen möchte.

Kirsten hat in einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1978 eine Liste mit Regeln zusammengestellt, die den sinnvollen Ausstieg aus solchen Ränkespielen beschreiben. Folgende Punkte sind danach unbedingt zu berücksichtigen:

Indem Sie stärker auf Ihre eigenen Gefühle und Empfindungen während einer Unterhaltung achten, erkennen Sie rechtzeitig, wann Sie im Begriff sind, sich an einem Ränkespiel zu beteiligen.

Helfen Sie Ihrem Gesprächspartner, das Spiel zu durchschauen. Sprechen Sie über seine und Ihre eigenen Verhaltensweisen.

Geben Sie auf Fragen, die aus einer bestimmten Rolle heraus gestellt werden, unerwartete, Ihren Gesprächspartner irritierende Antworten (beispielsweise aus dem natürlichen Kindheits-ich). Auf die der Opfer-Rolle entspringende Aussage Ihres Gesprächspartners: “Ich bin wirklich zu dumm!”, antworten Sie entwaffnend: “Ja, das trifft zu.” Damit ist das Rollenspiel unterbrochen, oder es kann gar nicht erst aufgenommen werden.

Bemühen Sie sich um konstruktive Kritik. Vermeiden Sie negative Äußerungen.

Zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie ihn ernst nehmen, dass Sie ihn anerkennen, dass Sie in ihm einen gleichwertigen Gesprächspartner sehen.

Setzen Sie Ihr natürliches Kindheits-ich ein.

Handeln Sie, geben Sie durch Ihr Verhalten Zeichen, statt lange und fruchtlose Diskussionen zu führen.

Treffen Sie Entscheidungen, statt zu jammern und zu klagen.

Vermeiden Sie es, in die Rolle des Retters zu schlüpfen. Bieten Sie Ihrem Gesprächspartner keine Hilfe an, wenn er diese überhaupt nicht braucht.

Vermeiden Sie es, die Rolle des Verfolgers zu spielen. Statt zu kritisieren und anzuklagen, machen Sie sich lieber Gedanken darüber, wie die bestehende Schwierigkeit bewältigt werden kann.

Vermeiden Sie es, in der Rolle des Opfers aufzutreten. Es macht keinen Sinn, sich hilflos und abhängig zu fühlen und dies zu zeigen, wenn Sie in Wirklichkeit sehr wohl allein mit Ihren Schwierigkeiten fertig werden könnten.

Machen Sie keine abschätzigen oder abwertenden Bemerkungen, die Ihren Gesprächspartner verletzen könnten.

Helfen Sie Ihrem Gesprächspartner statt dessen, die Unterhaltung auf der Ebene des Erwachsenen-Ichs weiterzuführen. Stellen Sie ihm Fragen, die geeignet sind, das Gespräch in diese Richtung zu lenken.

In sich sehr negativ entwickelnden Gesprächen, in denen es Ihnen auf andere Weise nicht gelingt, das Ränkespiel zu beenden, bleibt Ihnen folgende Möglichkeit: Brechen Sie das Gespräch ab, und verlassen Sie den Ort des Geschehens!

Das Aufdecken solcher Ränkespiele, das Erkennen solcher Mechanismen ist übrigens auch das Ziel therapeutischer Absicht. Und zwar deshalb, weil diese Rollenspiele in zahlreichen Fällen unbewusst ablaufen.

Und: Sobald Sie gelernt haben, solche Ränkespiele zu vermeiden, sobald Sie die Bereitschaft mitbringen, sich nicht mehr auf hinterhältige Spiele einzulassen, die keinem der Beteiligten nützlich sind, wird dies zunächst folgende Konsequenz haben: Sie werden den Kontakt zu solchen Menschen verlieren, die Sie immer nur als Teilnehmer derartiger Rollenspiele gebraucht haben. Für diese Ränkespieler werden Sie fortan nicht mehr interessant sein. Aber: Gleichzeitig gewinnen Sie Zeit und Energie, um sich auf sinnvollere Beziehungen, auf lohnendere Kontakte einzulassen.

„Das Geheimnis des Erfolges ist zu wissen, wie man abwartet.“
Joseph Marie, Comte de Maistre

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