Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – “Erkenne Dich selbst” | Erfolgsebook
 

Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – “Erkenne Dich selbst”

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man-1156543_960_720 Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – “Erkenne Dich selbst”

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Die unbewusste Steuerung

“Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.” Galilei

Ist es Ihnen, auch schon oft so gegangen, dass Sie sich in bestimmten, voneinander unabhängigen Situationen ähnlich oder gleichartig verhalten haben? Dass Sie in bestimmten Situationen auf gleiche Art und Weise reagiert haben? Dass Ihnen immer wieder die gleichen Fehler unterlaufen sind?

Und obwohl Sie sich anschließend vorgenommen haben, beim nächsten Mal besser und angemessener zu reagieren, obwohl Sie sich hoch und heilig geschworen haben, diesen Fehler nicht zu wiederholen – passierte es Ihnen doch, dass Sie in der nächsten vergleichbaren Situation all Ihre guten Vorsätze vergessen hatten. Dass Sie sich wieder genauso falsch verhielten wie bei allen vorherigen Gelegenheiten.

Nach solch unangenehmen Erfahrungen mag in Ihnen oft das Gefühl aufgekommen sein, Sie seien nicht frei in Ihren Entscheidungen, Ihr Verhalten sei, unabhängig von Ihren persönlichen Absichten, vorherbestimmt. In solchen Augenblicken mag in Ihnen der Eindruck aufgekommen sein, Sie glichen einer Marionette, die von unsichtbaren Händen gelenkt und gesteuert wird.

Die entscheidende Frage lautet also: Wie können Sie aus diesem Teufelskreis ausbrechen? Aufweiche Weise gelingt es Ihnen, sich von diesen automatischen, scheinbar zwangsläufigen Reaktionen und Verhaltensweisen zu befreien? Wie können Sie es schaffen, sich tatsächlich so zu verhalten, wie Sie es sich vorgenommen haben?

Sie müssen sich klarmachen: Alle Sinneswahrnehmungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens gemacht haben, sind in Ihrem Gedächtnis gespeichert. Sie können diese Erlebnisse und Wahrnehmungen nicht mehr ungeschehen machen, diese Eindrücke können nicht mehr gelöscht werden. Und: Nicht nur die Vorkommnisse selbst sind in Ihrem Gedächtnis gespeichert, sondern auch alle Empfindungen und Gefühle, die Sie in der betreffenden Situation gehabt haben.

Auf diese Weise ist es möglich, dass Sie bestimmte Ereignisse und die damit verbundenen Gefühle auch Jahre später noch genauso wirklichkeitsgetreu und lebendig wiedergeben können wie an dem Tag, an dem sich das Ereignis erstmals abgespielt hat. Erkenntnisse der Verhaltensforschung haben bestätigt, dass solche früheren Erfahrungen zumeist unbewusst auf uns einwirken, dass sie unser Handeln beeinflussen, ohne dass wir uns dieser Tatsache bewusst sind.

Das heißt: Sie stehen vor einer scheinbar neuen Situation – aber unbewusst wird diese mit einem vergangenen Ereignis in Verbindung gebracht. Ja, diese neue Situation wird einer alten gleichgesetzt! Denn von Ihrem Gedächtnis sind alle früher gespeicherten Informationen und Wahrnehmungen abgerufen worden.

Dies trifft auch zu auf Ereignisse, bei denen unsere Wahrnehmungsfähigkeit scheinbar eingeschränkt war, bei denen unsere Wahrnehmungsfähigkeit von anderen Gefühlen überlagert war.

Ein Beispiel:

Rufen Sie sich eine Situation ins Gedächtnis, in der Sie sich eine Verletzung zugezogen haben. Ihre größte Aufmerksamkeit. Ihre größte Energie wurde damals den aufkommenden Schmerzen gewidmet. Die Empfindungen des Schmerzes dominierten alle anderen Wahrnehmungen, diese Gefühle überlagerten Ihre anderen Wahrnehmungsfähigkeiten, Ihren Seh-, Hör-, Tast-, Geschmacks- und Geruchssinn.

Eine ähnliche Verlagerung und Verschiebung der Wahrnehmungsfähigkeit ist beispielsweise in einer Situation gegeben, in der Sie außergewöhnliche Freude empfinden. Diese Fröhlichkeit, dieses Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit dominiert alle anderen Wahrnehmungen.

Passiert es Ihnen in einer solchen Situation, dass Sie sich leicht verletzen, so werden Sie den Schmerz überhaupt nicht wahrnehmen. Die Empfindungen des Schmerzes sind zurückgedrängt worden von dem Gefühl des Glücks und des Wohlbefindens.

Kehren wir nun zum ersten Beispiel zurück, in dem das Schmerzgefühl über alle anderen Wahrnehmungen dominierte. In einer Situation, die der damaligen vergleichbar ist, die ihr aufgrund der Örtlichkeit, der Menschen und der Gespräche sehr ähnlich ist, kann es geschehen, dass in Ihrem Gedächtnis noch einmal das frühere Geschehen abläuft. Und zwar, ohne dass Sie dies beabsichtigen, ohne dass Sie es überhaupt wahrnehmen – eben unbewusst.

Ein einfaches Beispiel soll Ihnen diesen Mechanismus verdeutlichen:

Ein kleines Mädchen wird von einem Hund gebissen. In seinem Gedächtnis werden alle Sinneswahrnehmungen dieser Situation exakt gespeichert.

Zehn Jahre danach: Auf dem Heimweg nach einem Einkauf trifft das junge Mädchen auf ein kleines Kind, das mit einem Hund spielt.

Wie verhält sich das Mädchen in dieser Situation?

Wäre es nicht dazu in der Lage, seinen Verstand zu gebrauchen, verfügte es nicht über die Fähigkeit, logisch zu denken, dann bliebe ihm nur eine mögliche Reaktion: Das Mädchen würde sich auf der Stelle umdrehen und vor dem Hund fliehen.

Aber: Die Vernunft sagt dem Mädchen, dass der Hund dort vor ihm ein friedliches und zutrauliches Tier ist. Dass es überhaupt keinen Grund gibt, vor ihm davonzulaufen. Weshalb aber hat das Mädchen plötzlich überhaupt Angst bekommen? Weshalb wollte es vordem Hund fliehen?

Weil in seinem Unterbewusstsein die Situation noch einmal ablief, die dem Mädchen vor zehn Jahren widerfahren ist. Es kann sich bewusst nicht mehr an den damaligen Vorgang erinnern, denn er liegt – nach dieser langen Zeitspanne – unterhalb ihres Bewusstseinsniveaus. Aber unbewusst werden in dem Mädchen unangenehme Gefühle, Empfindungen der Unsicherheit und der Angst wach.

Sein Verhalten wird unbewusst gesteuert

Da es aber die eigentliche Ursache seiner Angst und seines Unbehagens nicht kennt, findet das Mädchen einen anderen Grund, einen Vorwand, um unverzüglich nach Hause zu gehen. Es bezieht seine negativen Empfindungen auf den nach dem Tragen der Einkaufstasche müde gewordenen Arm, der nun plötzlich (!) zu schmerzen beginnt.

Dieses Beispiel liefert uns eine wichtige Erkenntnis:

Wir können eine Situation wiedererleben, ohne dass wir uns bewusst an sie erinnern!

Und: Die damals erlebten Gefühle können die tatsächlichen Geschehnisse überlagern.

Machen Sie, sich klar: Viele Ihrer heutigen, Ihrer gegenwärtigen Verhaltensweisen, sei es im Privatleben oder im Beruf, haben weit mehr mit der Vergangenheit zu tun als mit der Gegenwart, dem augenblicklichen Geschehen-Wenn man dieses unbewusst gesteuerte Verhalten des Menschen näher untersucht, stößt man auf drei charakteristische Elemente, die das Verhalten bestimmen.

Es handelt sich dabei um:

  1. Das Kindheits-ich
  2. Das Eltern-Ich
  3. Das Erwachsene n-Ich

Diese drei Verhaltensmuster können Sie des öfteren bei Ihren Mitmenschen beobachten. Sie haben sicher schon erlebt, dass sich Menschen in bestimmten Situationen wie kleine Kinder benahmen. In anderen Situationen benehmen sich dieselben Menschen wie vernünftige Erwachsene. Und manchmal zeigen sie Verhaltensweisen, die ihnen von ihren Eltern her noch in Erinnerung sind.

Jedes dieser drei Verhaltensmuster ist für den Menschen von großer Bedeutung, jedes von ihnen hat sein eigenes Gewicht. Und alle drei Elemente zusammen bilden die Gesamtpersönlichkeit eines Menschen.

Aber: Wenn eines der drei Verhaltensmuster dominierend wird, wenn das Gleichgewicht der drei Elemente gestört wird, kommt der betreffende Mensch in erhebliche Schwierigkeiten. Die größten Störungen und Unannehmlichkeiten ergeben sich für den Menschen aber aus der Tatsache, dass diese Verhaltensmuster sehr oft automatisch und unbewusst zur Anwendung kommen. Hierin liegt die Ursache für die eingangs beschriebene Wiederholung der immer gleichen Fehler.

Sie können sich von dieser unbewussten Steuerung nur dann befreien, wenn Sie die drei zugrunde liegenden Verhaltenstypen genau kennen. Deshalb werden wir uns in den folgenden Abschnitten näher mit diesen einzelnen Elementen befassen.

Das Kindheits-ich

Im Kindheits-ich sind alle Wahrnehmungen und Gefühle gespeichert und gesammelt, die wir von den frühesten Tagen unserer Kindheit an empfunden und erfahren haben. All die prägenden Empfindungen, die mit den ersten Entdeckungen eines Kindes verbunden sind, die Freude, die Überraschung, das Erstaunen und die Verwunderung, die die ersten Erfahrungen im Leben begleiten, hat unser Gedächtnis bewahrt. Alle diese Gefühle und Empfindungen sind in unserem Unterbewusstsein gespeichert- Und sie können von neuem in uns wirken, wenn sich in der Gegenwart eine entsprechende Gelegenheit anbietet.

Aber: Auch die negativen Empfindungen, die aus der Kindheit herrühren, Gefühle der Angst, der Unsicherheit, der Wut, der Enttäuschung und der Einsamkeit sind in unserem Kindheits-ich gespeichert.

Wir müssen uns klarmachen: Ein Mensch, der so reagiert, wie er es in seiner Kindheit tat, ein Mensch, der typische Verhaltensweisen seiner Kindheit zeigt – Neugier, Zärtlichkeit, Spieltrieb, Selbstsucht, Gemeinheit, Hinterlist, Ungeduld oder Aggressivität -, ein solcher Mensch reagiert und lebt momentan aus seinem Kindheits-ich heraus.

Einige Beispiele, die die augenblickliche Dominanz des Kindheits-ichs belegen:

Ein älterer Mann, der auf einer Parkbank sitzt und mit großem Vergnügen an seiner Eiswaffel schleckt.

Eine Frau mittleren Alters, die jauchzend am Meeresstrand entlanghüpft.

Ein Paar, das in glücklicher Selbstzufriedenheit und Harmonie tanzt.

In solchen Situationen kommt die positive, die fröhliche Seite unseres Kindheits-ichs zum Ausdruck. In solchen Augenblicken empfindet der Mensch Wärme und Ausgeglichenheit, er strahlt Liebenswürdigkeit und Zuversicht aus. Genau so, wie es ein Kind tut, das frei von Sorgen und Ängsten ist.

Menschen, die sich diese kindhaften Fähigkeiten und Eigenschaften bewahrt haben, die Herzlichkeit, Spontaneität, Natürlichkeit, Offenheit und Phantasie zeigen, sind dazu in der Lage, bewusster, intensiver und erfüllter zu leben. Von ihnen geht eine positive Ausstrahlung aus, sie wirken angenehm auf ihre Mitmenschen.

Aber dieses Kindheits-ich hat auch seine Schattenseiten. Diese negativen Eigenschaften sind es, die uns oft in Schwierigkeiten bringen, die Habgier, die Eitelkeit, die Boshaftigkeit. Die Sturheit, die Hemmungslosigkeit und die Uneinsichtigkeit. Wenn diese Gefühle des Kindheits-ichs in uns wirken, sind wir ungeduldig, wir wollen unter allen Umständen unseren Willen durchsetzen – und zwar auf der Stelle. Sobald solche Verhaltensweisen im Leben eines erwachsenen Menschen auftreten, kann es zu Konflikten und Auseinandersetzungen mit der Umwelt kommen.

Ein einfaches Beispiel:

Wenn Eva als kleines Mädchen ihren Willen nicht durchsetzen konnte, wenn ihre Wünsche nicht erfüllt wurden, dann begann sie zu schreien, sie warf sich auf den Boden und strampelte heftig mit den Beinen. Die Folge dieses kleinen Wutausbruchs: Ihr Wunsch wurde erfüllt, sie bekam das, was sie wollte. Ihre Mutter gab in diesen Situationen immer nach.

Als erwachsene Frau war Eva in ihrem Beruf sehr erfolgreich. Eine Beförderung zur Abteilungsleiterin stand unmittelbar bevor. Doch als sie zu einem bestimmten Termin keinen Urlaub bekommen sollte, als ihre diesbezüglichen Wünsche nicht erfüllt wurden, verlor Eva die Fassung. Sie zeigte genau die Verhaltensweisen, die ihr in der Kindheit immer zur Durchsetzung ihrer Wünsche verhelfen hatten: Sie schrie und tobte, sie beschimpfte ihre Kolleginnen, sie stampfte zornig mit dem Fuß auf den Boden. Schließlich marschierte sie schnurstracks aus dem Büro ihres Vorgesetzten und knallte die Tür hinter sich zu.

Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend wenig Anlass zu Freude und Spaß hatten, die kaum Gelegenheit hatten, ausgelassen und vergnügt zu sein, werden in ihrem späteren Leben ähnliche Verhaltensweisen zeigen. Sie, die aus Familien kommen, in denen nicht viel Abwechslung herrschte, in denen die Kinder kaum Freiheiten genossen, in denen es oft Streit und Spannungen gab, in denen schon von den Kindern die Manieren Erwachsener gefordert wurden – sie werden sich auch später schwertun, Freude und Unbeschwertheit zu empfinden und nach außen zu zeigen. Es wird ihnen schwerfallen, sich ungezwungen zu amüsieren, sich zu entspannen und die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen.

Sie müssen sich klarmachen, mit welchen prägenden und tief wirkenden Empfindungen schon ein neugeborenes Kind konfrontiert wird. Was es für das Kind bedeutet, die Geborgenheit des Mutterleibes verlassen zu müssen. Unverhofft einen schmerzenden Schlag auf den Po zu bekommen. Plötzlich dem grellen Tageslicht und den lauten Geräuschen der Umgebung ausgesetzt zu sein. Für das Kleinkind kommen solche Situationen einer Katastrophe gleich.

Und dieses Unheil, diese verhängnisvollen Einflüsse und Empfindungen werden im Gehirn des Neugeborenen sehr wohl registriert und aufgezeichnet. Das bedeutet: Aufgrund seiner Kleinheit und Hilflosigkeit empfindet das Kind von den ersten Sekunden seines Lebens an ein Gefühl der Unterlegenheit und Minderwertigkeit. Und diese deprimierenden Gefühle werden in der Folgezeit noch weiter verstärkt und bekräftigt, weil die Erwachsenen dem Kind ständig zu verstehen geben, wie fehlerhaft und unzulänglich es sich verhält.

Und zusätzlich macht das Kleinkind eigene Erfahrungen, die dieses Gefühl der Unterlegenheit und Minderwertigkeit bestätigen. Es kann noch nicht richtig laufen, es stolpert leicht, fällt zu Boden, es kleckert, es macht in die Hose, es verhält sich -nach den Maßstäben der Erwachsenenwelt- ungeschickt und unbeholfen.

Im Gegensatz zu seinen eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten erlebt das Kind seine Eltern als die Menschen, die alle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, die es an sich selbst so schmerzlich vermisst. Die Erwachsenen seiner Umgebung werden für das Kleinkind zu wahren Übermenschen. Es gelangt zu der Anschauung, daß die Erwachsenen in Ordnung sind, daß sie alles können und alles richtig machen. In dem Kind setzt sich die Meinung fest:

Ich bin nicht o.k. – du bist o.k.

Diese Kindheitserfahrungen bleiben nicht ohne Folgen für das spätere Leben. Aufgrund ihrer Erziehung kommen die meisten Menschen auf diese Weise zu einer negativen Lebensanschauung. Und: Sie behalten sie ihr Leben lang bei!

Dieses Unterlegenheitsgefühl übt eine starke Macht auf unser Leben aus. Es beeinflusst nicht weniger als zwei Drittel unseres Arbeitens.

Viele seelische Störungen, viele Minderwertigkeitskomplexe haben ihre Ursache in diesem früh erlebten Unterlegenheitsgefühl.

Ziehen Sie aus dieser Erkenntnis die richtigen Schlüsse. Übertragen Sie diese Einsichten auf den Umgang mit Ihren Mitmenschen. Denn: Sobald ein Mensch sich in die Ecke gedrängt fühlt, sobald seine Bedürfnisse nach Zuwendung und Anerkennung nicht beachtet, sobald seine Hoffnungen enttäuscht werden, sobald er sich bedrängt fühlt – werden die Kindheitsgefühle der Einsamkeit, des Alleingelassen seins und des Nichtakzeptiert werdens in ihm wirksam werden. Diese früheren Gefühle werden unbewusst sein Verhalten steuern. Die Gefühle, die die Schattenseite des Kindheits-ichs darstellen.

„Um Erfolg zu haben,
muss man entschlossen und kühn sein.“
Anton Pawlowitsch Tschechow

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