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Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Gespräche von Eltern-Ich zu Eltern-Ich

Im folgenden stellen wir Ihnen einige Beispiele vor, in denen Bemerkungen, aus dem Eltern-Ich heraus gemacht, Antworten der entsprechenden Ich-Ebene hervorrufen. Um Ihnen Vergleichsmöglichkeiten aufzuzeigen, haben wir in jedem Einzelfall auch mögliche Antworten des Erwachsenen-Ichs und des Kindheits-lchs angeführt.

Sie werden feststellen: Die Antworten, die dem Erwachsenen-Ich entstammen, sind die zweckmäßigsten und sinnvollsten. Sie sind der jeweiligen Kommunikationssituation angemessen und garantieren, dass das Gespräch auf vernünftige Art und Weise fortgeführt werden kann.

Dagegen würden die Antworten des Eltern-Ichs und des Kindheits-lchs mit großer Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass die Unterhaltung auf der Stelle unterbrochen würde. Diese Antworten sind für eine sinnvolle Gesprächsführung denkbar ungeeignet.

Hier nun die einzelnen Beispiele:

Zwei Verkäuferinnen unterhalten sich in einer Arbeitspause über ihren neuen Abteilungsleiter:

Eine der beiden sagt: “Ich habe gehört, daß Herr Schmidt sehr viel trinken soll.”

Die Antwort des Eltern-Ichs: “Sieh mal einer an. Das habe ich mir doch gleich gedacht.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Erwachsenen-Ich: “Tatsächlich? Wer hat das behauptet?”

Das Kindheits-ich: “Sehr interessant! Das werden wir gleich weitererzählen!”

Ein älterer Angestellter sagt zu seinem jungen Kollegen: “Das waren Zeiten, als wir jedes Jahr mit einer Gehaltserhöhung rechnen konnten! Aber heutzutage… ” Das Eltern-Ich: “Ja, die guten, alten Zeiten sind leider vorbei.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Erwachsenen-Ich: “Ich denke, dass Gehaltserhöhungen aufgrund entsprechender Umsatzsteigerungen angebrachter sind als automatische jährliche Heraufsetzungen.” Das Kindheits-ich: “Das müssen Zeiten gewesen sein! Damals wäre ich gerne in der Firma gewesen.”

Zwei Verkäufer unterhalten sich über ihre Kollegen Helga und Walter.

Der eine sagt: “Stell Dir vor, neulich hat man die beiden zusammen im Lager überrascht!”

Das Eltern-Ich: “Unglaublich! Hättest Du das von den beiden erwartet?”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Erwachsenen-Ich: “Das dürfte nichts Außergewöhnliches gewesen sein.

Offensichtlich haben sich Helga und Walter schon öfter getroffen.”

Das Kindheits-ich: “Menschenskind, der Walter hat wirklich Glück!”

Ein Abteilungsleiter erzählt seinem Kollegen während des Mittagessens: “Haben Sie schon davon gehört? Man hat den armen Robert schon wieder auf eine andere Stelle versetzt.”

Das Eltern-Ich: “So etwas soll vorkommen. Von Zeit zu Zeit passiert das immer wieder.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Erwachsenen-Ich: “Ja, ich habe von dem Vorgang gehört.”

Das Kindheits-ich: “Stellen Sie sich vor, ich soll den Platz in seinem alten Büro bekommen!”

Eine Telefonistin informiert eine gute Freundin: “Gestern wurde der Sohn des Chefs eingestellt. Was sagt man dazu?”

Das Eltern-Ich: “Das ist typisch. So läuft es immer.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Erwachsenen-Ich: “Ist er für die neue Tätigkeit ausreichend qualifiziert? Kennt er sich aus auf diesem Arbeitsgebiet?”

Das Kindheits-ich: “Eine Unverschämtheit! Dem werden wir schon zeigen, wo es langgeht. Der soll nichts zu lachen haben!”

Gespräche von Erwachsenen-Ich zu Erwachsenen-Ich

Ein Abteilungsleiter fragt seinen Kollegen:

“Haben Sie den Abschlussbericht fertiggestellt?”

Das Erwachsenen-Ich: “Ja, der Bericht ist fertig.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Sie stellen Fragen! Selbstverständlich habe ich den Bericht fertiggestellt!”

Das Kindheits-ich: ‘lassen Sie mich damit bloß in Ruhe!”

Ein Verkäufer will von seinem Kollegen wissen:

“Wann findet die nächste Mitarbeiterbesprechung statt?”

Das Erwachsenen-Ich: “Es ist für morgen früh 8.30 Uhr angesetzt.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Das müsste Ihnen eigentlich bekannt sein. Die Besprechung findet zur gleichen Zeit wie immer statt.”

Das Kindheits-ich: “Das dürfen Sie mich wirklich nicht fragen. Mich informiert nämlich nie jemand.”

Eine Verkäuferin erkundigt sich bei ihrem Vorgesetzten: “Wissen Sie, wo das Reklamationsschreiben abgelegt wurde?”

Das Erwachsenen-Ich: “Ja, es liegt in der rechten Schublade gleich obenauf.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Mein liebes Kind, wenn Sie Ihre Unterlagen immer dort aufbewahren würden, wo sie auch tatsächlich hingehören, dann wüssten Sie jetzt haargenau, wo das Schreiben ist.”

Das Kindheits-ich: “Fangen Sie nicht wieder damit an! Ich wünschte, wir hätten diese Reklamation nie bekommen!”

Ein Angestellter sagt zu seinem Kollegen:

“Ich muss diesen Bericht noch heute abend fertiggestellt haben.”

Das Erwachsenen-Ich: “Das ist gut so. Damit bleibt Dir eine angemessene Frist.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Typisch, typisch. Musst Du immer alles bis zur letzten Minute aufschieben? Du hast doch wirklich genug Zeit gehabt!”

Das Kindheits-ich: “Dann hast Du eben Pech gehabt. Wir jedenfalls werden heute abend eine schöne Party feiern.”

Ein Verkäufer stellt sachlich fest:

“Eben hat der Chef eine neue Sekretärin eingestellt.”

Das Erwachsenen-Ich: “Wie heißt die neue Kollegin?”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Als ob das nötig gewesen wäre.’ Wir haben doch wirklich schon genug Angestellte!”

Das Kindheits-ich: “Und, wie sieht sie aus?”

Gespräche von Kindheits-ich zu Kindheits-ich

Ein Verkäufer mustert die Sekretärin von oben bis unten. Dann sagt er: ” “Nah wie wäre es heute Abend mit uns beiden? Haben Sie Zeit?”

Das Kindheits-ich {die Sekretärin beugt sich vor): “Um wie viel Uhr?”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Unverschämter Kerl! Was bilden Sie sich eigentlich ein?” (Sie gibt ihm eine Ohrfeige.)

Das Erwachsenen-Ich: “Nein, tut mir leid.”

Zwei Verkäufer unterhalten sich während des Mittagessens über ihre Spesenabrechnungen. Der eine von ihnen sagt lächelnd: “Ich schummele dabei immer ein bisschen.”

Das Kindheits-ich: “Stell Dir vor: Ich auch.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Nicht zu fassen! Tut mir aufrichtig leid, aber meine Pflicht gebietet es, dass ich dies bei Ihrem Vorgesetzten melde.”

Das Erwachsenen-Ich: “Wieso machst Du das?”

Auf dem Heimweg sprechen zwei Abteilungsleiter über die Vorgänge in der Firma.

Der eine sagt schadenfroh: “Hast Du es schon gemerkt? Die Finck setzt alles daran, um auf Deinen Posten zu kommen.”

Das Kindheits-ich: “Das wird sie bereuen! Wenn ich die erwische, dann gnade ihr Gott!”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Man soll von anderen nichts Schlechtes sagen. Man sollte Frau Finck solche Absichten nicht unterstellen.”

Das Erwachsenen-Ich: “Wie kommst Du zu dieser Auffassung?”

Ein Abteilungsleiter fährt seinen Mitarbeiter an: “Zum letzten Mal! Ich wünsche, dass Sie sich bei Ihrer Arbeit mehr Mühe geben!”

Das Kindheits-ich: “Es tut mir aufrichtig leid. Ich werde mich in Zukunft bemühen, das können Sie mir glauben!”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Wenn Sie genau hinschauen würden, dann wüssten Sie, dass ich meine Arbeit gut mache.”

Das Erwachsenen-Ich: “Ich gebe mein Bestes, dessen können Sie sicher sein.”

Der Chef fordert von dem ihm am nächsten stehenden Angestellten lautstark: “Ich brauche den Bericht! Sofort!”

Das Kindheits-ich: “Jawohl, ich hole ihn auf der Stelle.”

Andere Möglichkeiten der Beantwortung:

Das Eltern-Ich: “Wenn Sie den Bericht so dringend brauchen, dann holen Sie ihn doch selbst!”

Das Erwachsenen-Ich: “Von welchem Bericht sprechen Sie?”

„Ohne Arbeit gelangt man nicht zur Ruhe
und ohne Kampf nicht zum Siege.“
Thomas von Kempen

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