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Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Positives Streicheln und “Du”

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dog-454145_960_720 Das Geheimnis menschlicher Verhaltensweisen – Positives Streicheln und “Du”

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Positives Streicheln und “Du”

Sie haben sicher schon öfter beobachtet, dass auch älter gewordene Kinder, die längst selbst laufen können, immer wieder einmal das Bedürfnis zeigen, auf den Arm genommen und getragen zu werden. Sie strecken ihre Arme nach oben, weil sie den körperlichen Kontakt zu ihren Eltern oder anderen, ihnen vertrauten Menschen suchen.

Das Entscheidende aber ist; Auch erwachsene Menschen haben dieses Bedürfnis nach körperlicher Nähe, nach Berührung noch sehr stark. Auch für sie ist es ein schönes, ein angenehmes Gefühl, in den Arm genommen zu werden. Und: Wenn jemand seinem Gegenüber zeigen will, dass er ihn sehr mag, dann legt er ihm die Arme um die Schultern und drückt ihn fest an sich.

Diese Erkenntnis sollten Sie sich tief einprägen, Sie dürfen sie im Umgang mit Ihren Mitmenschen nie vergessen:

Auch erwachsene Menschen haben das Bedürfnis, gestreichelt zu werden.

Dieses Verlangen nach körperlicher Berührung kann gerade im Berufsleben nicht auf direkte Art und Weise befriedigt werden. Deshalb haben es die Erwachsenen gelernt, andere, indirekte Formen der Zuwendung und Zärtlichkeit zu entwickeln. Diese umgewandelten Formen geben einem Menschen das für sein Leben so wichtige Gefühl der Anerkennung, der Geborgenheit und der Nähe zu anderen Menschen. Der Mensch verwendet tagtäglich viel Zeit darauf, um diese indirekten Formen, diesen Ersatz für körperliche Nähe zu finden. Um sein Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Berührung auf anderer Ebene zu befriedigen.

Indem wir uns diesen Sachverhalt klargemacht haben, indem wir dieses elementare menschliche Bedürfnis erkannt haben, sind wir bei drei zentralen Lebensfragen angelangt. Sie lauten:

  1. a) Weiche Möglichkeiten sind uns gegeben, dieses Bedürfnis unserer Mitmenschen auf angemessene Weise zu befriedigen?
  2. b) Wie kann es uns gelingen, unseren Mitmenschen bei der Bewältigung und Überwindung von “Nicht-o.k.-Gefühlen” zu helfen?
  3. c) Aufweiche Weise können wir unseren Mitmenschen bestätigen, dass sie für uns “o.k.” sind?

Machen Sie sich klar: Die Beantwortung dieser drei elementaren Lebensfragen wird für Ihren Erfolg im Beruf von entscheidender Bedeutung sein.

Sicher haben Sie schon einmal versucht, andere Menschen für eine Angelegenheit, eine Idee, die Ihnen sehr wichtig war, zu begeistern, wenigstens zu interessieren?

Das Resultat? Sie haben bei einer solchen Bemühung die Erfahrung machen müssen, dass dies ungemein schwierig sein kann, weil die meisten Ihrer Mitmenschen sich ausschließlich für ihre eigenen Belange, für sich selbst interessieren. Und dies an jedem Tag und zu jeder Tageszeit.

Eine Untersuchung der New Yorker Telefongesellschaft belegt diese Ich-Bezogenheit der meisten Menschen sehr eindrucksvoll. Denn: Das Wort, das bei Telefongesprächen am häufigsten verwendet wird, heisst: “Ich”! In 500 analysierten Gesprächen wurde es nicht weniger als 3.990 Mal genannt! Immer wieder “Ich, ich, ich…”

Ein anderes Beispiel kann Ihnen diese Verhaltensweise an Ihrer eigenen Person deutlich machen.

Versetzen Sie sich in folgende Situation:

In einer Gesellschaft von Bekannten und Freunden wird mit einer Sofortbildkamera ein Gruppenbild gemacht. Als das Photo auch Ihnen herübergereicht wird, worauf achten Sie zunächst besonders? Welche Person wollen Sie auf dem Bild wiedererkennen? Sich selbst! Bevor Sie sich mit den anderen Personen auf dem Bild befassen, würden Sie sich zunächst auf Ihr eigenes Portrait konzentrieren.

Sollten Sie der festen Überzeugung sein, dass sich andere Menschen sehr stark für Ihre eigene Person interessieren, dann beantworten Sie sich ehrlich die folgende Frage: “Gesetzt den Fall, ich würde heute sterben. Wie viele meiner Bekannten und Freunde würden an meiner Beerdigung teilnehmen?”

Wenn Sie sich diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten können, dann hat dies einen einfachen Grund: Es interessieren sich deshalb so wenige Menschen für Sie, weil Sie selbst an Ihren Mitmenschen kaum wirklich interessiert sind.

Viele Menschen versuchen, ihre Umgebung ständig auf sich aufmerksam zu machen. Sie wollen ihren Mitmenschen imponieren. Sie wollen Eindruck auf sie machen.

Aber: Dies ist der völlig falsche Weg, um das Interesse seiner Mitmenschen zu wecken! Diese Verhaltensweise führt lediglich dazu, dass die “Nicht-o.k-Gefühle” der Mitmenschen verstärkt werden.

Der Psychologe Alfred Adler stellte zutreffend fest: “Der Mensch, der sich für seine Mitmenschen nicht interessiert, hat im Leben die meisten Schwierigkeiten und fügt anderen auch am meisten Schaden zu. Solche Menschen sind die Ursache allen menschlichen Elends.”

Diese Erkenntnis des berühmten Psychologen ist so ungeheuer wichtig, dass Sie sie verinnerlichen sollten. Deshalb: Lernen Sie diesen Passus auswendig. Und sagen Sie ihn sich jeden Tag einmal laut vor.

Bedenken Sie:

Wer ein wirkliches Interesse an seinen Mitmenschen zeigt, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als derjenige, der immer nur versucht, das Interesse seiner Umgebung auf sich selbst zu lenken, dies im Zeitraum von zwei Jahren vermag.

Ihr Ziel muss es deshalb sein: Sich nicht nur in die Lage Ihres Gesprächspartners hineinzuversetzen, sondern vor allen Dingen hinein zu fühlen. Zu erkennen, was dieser Mensch wirklich empfindet, welches Anliegen er hat, welche Art von Hilfe er in welcher Angelegenheit braucht, wie er denkt, wie er auf Ihre Ausführungen, Ihre Stellungnahme reagieren wird.

Für dieses Hinein fühlen in andere Menschen hat der berühmte Pater Brown uns ein gutes Beispiel gegeben: Um ein Verbrechen aufzuklären, hat er den Fall nicht mit dem normal funktionierenden Gehirn eines logisch denkenden Detektivs analysiert. Er hat statt dessen versucht, sich in die abnorme Gedankenwelt des Verbrechers hineinzuversetzen. Er hat versucht, so zu denken und so zu fühlen, wie es der Täter getan haben muss.

In diese Richtung geht auch die Kernaussage Henry Fords. Sein Motto lautet: “Den Standpunkt des anderen einnehmen. Und die Dinge mit seinen Augen sehen.”

Wenn Sie diese Fähigkeit verbessern wollen, wenn Sie sich leichter in die Gedanken-und Gefühlswelt Ihrer Mitmenschen hineinversetzen wollen, dann muss dieses Bestreben auch in Ihrer Wortwahl zum Ausdruck kommen. Gewöhnen Sie es sich an, die Worte “Sie”, “Ihr” und “Ihnen” häufiger zu gebrauchen. Und vermeiden Sie, wo immer sich eine entsprechende Gelegenheit bietet, die Verwendung der Begriffe “Ich”, “Mein”, “Wir” und “Unser”.

Wir geben Ihnen im folgenden drei Beispiele, die Ihnen zeigen, wie einfach es manchmal sein kann, mit anderen Worten den gleichen Inhalt zum Ausdruck zu bringen.

Statt: “Es erscheint mir besonders interessant…”

Sagen Sie besser: “Es wird Sie sicherlich interessieren…”

Statt: “Ich werde Ihnen nun zeigen…” Sagen Sie besser: “Sie werden jetzt sehen…”

Statt: “Mir wäre es eigentlich lieber, wenn…”

Sagen Sie besser: “Sicherlich wäre es für Sie günstiger, wenn…”

Von nun an sollten Sie sich folgende Erkenntnis zu eigen machen: Es wird Ihnen schwerer fallen, Ihr Ziel zu verwirklichen, wenn Sie Ihren Mitmenschen gegenüber nur auf die großen Vorteile zu sprechen kommen, die Ihnen die Erreichung dieses Ziels bringen wird. Aber: Sie finden die Zustimmung und Unterstützung anderer Menschen viel eher, wenn Sie bei Ihren Wünschen auf die kleinen Vorteile verweisen, die Ihre Gesprächspartner nach Erreichung des Ziels zu erwarten haben.

Pfeile, die immer ihr Ziel erreichen, die oft sogar mitten ins Herz treffen – solche Pfeile fügen uns keinen Schmerz zu, sie verletzen uns nicht. Ganz im Gegenteil. Diese Pfeile erzielen eine unglaubliche, eine verblüffende Wirkung: Durch ihre Einwirkung werden aus ursprünglich einander nicht wohlgesonnenen Menschen mit einem Mal Freunde oder gute Bekannte.

Um welche wunderbaren Pfeile aber handelt es sich?

Es sind die Pfeile des Amor.

Wäre es nicht sehr hilfreich, wenn Sie selbst über solche Pfeile verfügen könnten? Wenn Sie im Umgang mit anderen Menschen, bei Zusammenkünften und Gesprächen, solche “Amorpfeile” im Köcher hätten? Pfeile, die eine verblüffende Wirkung ausüben, von denen eine positive Ausstrahlung ausgeht. Die Ihren Gesprächspartner nachhaltig an Sie erinnern, die ihm einen angenehmen Eindruck von Ihrer Person vermitteln.

Machen Sie sich klar: Solche Amorpfeile sind nichts anderes als bestimmte Sätze, bestimmte Redewendungen, die Anerkennung und Aufmerksamkeit für andere Menschen ausdrücken. Diese Anerkennung, diese Würdigung, diese Bestätigung wird Ihre Mitmenschen anspornen, sie wird ihnen Selbstsicherheit verleihen und negative Gefühle überwinden helfen. Diese starke Wirkung und Ausstrahlung von anerkennenden Worten und Gesten hat jeder von uns schon an sich selbst beobachten können.

Obwohl der Sachverhalt klar ersichtlich ist, obwohl wir die positiven Einflüsse solcher Amorpfeile kennen, ist doch ein augenfälliger Mangel an gegenseitiger Anerkennung und Zuwendung festzustellen.

Ein kleines, aber sehr typisches Beispiel:

In einer Zeitschrift war vor kurzem eine interessante Geschichte zu lesen. Eines Abends setzte eine Bauersfrau ihrem Mann zum Essen einen kleinen Haufen Heu vor. Der Bauer erstarrte, er glaubte, seine Frau sei nun verrückt geworden. Sie aber erwiderte: “Ich habe gar nicht erwartet, dass Du den Unterschied erkennen würdest. Denn seit zwanzig Jahren koche ich nun tagtäglich für Dich, ohne dass Du, gleichgültig, was immer auf den Tisch kam, auch nur einen Ton dazu gesagt hättest.”

Diesem kleinen Beispiel können Sie entnehmen, dass es unsere Gedankenlosigkeit, unsere Gleichgültigkeit ist, die zu diesem Mangel an Anerkennung und Zuwendung führt.

Passiert es auch Ihnen häufig, dass Ihnen die besten Antworten, die angebrachtesten Formulierungen erst dann einfallen, wenn das betreffende Gespräch längst beendet ist? Ihr Ziel aber muss es sein: Das passende Wort im passenden Augenblick auszusprechen!

Sie können sich der Verwirklichung dieses Ziels dadurch nähern, dass Sie sich eine kleine Sammlung solcher Redewendungen, solcher Amorpfeile aneignen. Wenn Sie sich die betreffenden Aussagen gut eingeprägt haben, werden Sie keine Schwierigkeiten haben, bei entsprechender Gelegenheit eine angebrachte und angemessene Äußerung zu tun.

Aber: Ihre Anerkennung, Ihr Lob, Ihre Bestätigung muss in jedem Fall tatsächlich ehrlich gemeint sein!

Denn Ihr Gesprächspartner würde Ihre vordergründige Absicht sofort durchschauen, wenn Sie ihm nur schmeicheln, ihm nur etwas einreden wollten, an das Sie selbst gar nicht glauben, das Sie nur vortäuschen.

Woran liegt es, dass uns Menschen auf den ersten Blick sympathisch sind, dass sie einen angenehmen Eindruck auf uns machen, obwohl wir doch noch kein einziges Wort mit ihnen gewechselt haben? Der offene, freundliche Gesichtsausdruck, der Zustimmung und Bestätigung signalisiert, ist es, der bei uns dieses positive Gefühl auslöst.

Und wir reagieren unsererseits wieder mit Sympathie auf einen Menschen, der uns in dieser Weise entgegentritt. Das heißt: Es entsteht eine Wechselwirkung, eine wechselseitige Beziehung, die das beginnende Gespräch erleichtern und fördern wird.

Dieses offene, freundliche Lächeln vermag uns mehr zu sagen als noch so viele Worte. Es bringt zum Ausdruck, dass unser Gegenüber uns mag, dass er sich freut, mit uns zusammenzutreffen, dass er uns ernst nimmt und respektiert.

Aber: Dieser freundliche Gesichtsausdruck darf nicht zu einer bloßen Maske erstarren, es darf kein aufgesetztes Lächeln, kein ausdrucksloses Grinsen sein. Diese Vortäuschung, diese Heuchelei würde Ihr Gesprächspartner sofort als das entlarven, was es tatsächlich ist: Eine billige Grimasse. In ihm würden Ablehnung und Zurückhaltung aufkommen, eine positive Wechselwirkung wäre von vornherein ausgeschlossen.

Sinnvoll ist allein ein offenes, warmes Lächeln, das aus dem Inneren kommt, das ehrlich und ernstgemeint ist.

Ein kleines Beispiel mag Ihnen die Wirkung des Gesichtsausdruckes verdeutlichen: Auf die Frage, worauf er bei der Auswahl neu einzustellender Angestellter besonders achte, antwortete der Personalchef eines großen Münchener Warenhauses einmal: “Ich stelle viel lieber eine ungelernte Verkäuferin ein, die ihren Mitmenschen mit einem freundlichen Gesicht, einem Lächeln begegnet, als einen hochqualifizierten Einzelhandelskaufmann, der einen ernsten Gesichtsausdruck hat.”

Machen Sie sich von nun an folgende Erkenntnis zunutze:

Das Lächeln ist der Funke, der auf Ihre Mitmenschen überspringt Es ist eine der angenehmsten Formen des indirekten Streichelns.

„Begegne dem, was auf dich zukommt,
nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.“
Franz von Sales

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