DAS GESETZ DER POLARITÄT – Scheinbare Gegensätzlichkeit | Erfolgsebook
 

DAS GESETZ DER POLARITÄT – Scheinbare Gegensätzlichkeit

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seascape-2444040_960_720 DAS GESETZ DER POLARITÄT – Scheinbare Gegensätzlichkeit

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Scheinbare Gegensätzlichkeit

Unsere Welt besteht aus Gegensätzen. Es gibt Gutes und Böses, Schönes und Hässliches, Aufbauendes und Zerstörendes. Alles Wahrnehmbare lässt sich generell verschieden bewerten. Die Existenz einer Einheit erscheint undenkbar.

Offensichtlich muss es sich hierbei aber um einen Trugschluss handeln. Denn bevor eine Polarität entstand, muss zunächst eine Einheit vorhanden gewesen sein. Aus dieser Einheit sind dann die Gegensätze erst entsprungen.

So muss vor der Zahl Zwei die Zahl Eins vorhanden gewesen sein. Denn: Ohne die Zahl Eins gibt es keine Zwei. Und umgekehrt. Beide bedingen sich gegenseitig. Die Menge Zwei ist nur wahrnehmbar, wenn wir die Menge Eins schon kennen.

Noch deutlicher wird dies auf der geometrischen Ebene. Das geometrische Symbol der Zahl Eins ist ein Punkt.

Der Punkt innerhalb des Quadrates ist nicht wahrnehmbar. Ein Punkt besitzt weder räumliche noch flächige Ausdehnung, sonst wäre er eine Kugel oder eine Scheibe. Ein Punkt besitzt keine Dimension.

Hier beginnen die Schranken des menschlichen Geistes. Aus normaler Sicht ist es nicht möglich, sich einen Punkt ohne räumliche Ausdehnung vorzustellen. Andererseits ist völlig klar, dass es eine Zwei nur geben kann, wo eine Eins vorhanden ist. Dies drückt sich auch schon in dem Wort “Universum” aus. Allen Dingen ist die Einheit ursprünglich.

Deshalb heißt das Universum auch Uni-ver-sum und nicht Multi-versum.

Beide Pole bedingen sich gegenseitig. Licht kann es nur dort geben, wo man auch die Dunkelheit kennt. Als schön kann etwas nur dann empfunden werden, wenn man auch das Gegenteil, das Hässliche kennt. Dies gilt auch für die Gesundheit. Gesundheit kann es nur dort geben, wo Krankheit ist. Gesundheit ist von Krankheit abhängig. Und Krankheit von Gesundheit.

Schon auf diesem Gebiet wird ersichtlich, dass der Versuch der modernen Medizin, den Menschen nur gesund zu erhalten, lächerlich anmuten muss. Diesem frommen Wunsch liegt ein reiner Zweckoptimismus zugrunde. Ein einseitiger Optimismus, der die Milliardenausgaben auf medizinischem Gebiet rechtfertigen soll.

Frieden bedingt Krieg. Es kann keinen vollkommenen Frieden geben. Trotzdem wehren sich die Menschen ständig gegen den Krieg. Sie tun alles, um Krieg zu vermeiden. Sie “kämpfen” sogar für den Frieden.

Das deutlichste Beispiel für die Polarität ist die Atmung. Atmung ist das Urprinzip der Polarität. Niemand kann ausatmen, ohne vorher eingeatmet zu haben. Und umgekehrt.

Der eine Pol erzwingt den anderen Pol

Einatmen erzwingt Ausatmen – Ausatmen erzwingt Einatmen

Gesundheit erzwingt Krankheit – Krankheit erzwingt Gesundheit

Frieden erzwingt Krieg  – Krieg erzwingt Frieden

Leben erzwingt Tod – Tod erzwingt Leben

Bewertung

Der Vater der Polarität ist die individuelle Bewertung. Wie wir bereits im Rahmen der “Realitäten” ausführlich besprochen haben, ist für die Bewertung einer Aussage immer der Standpunkt des Betrachters ausschlaggebend.

A kann B nicht verstehen.

B kann A nicht verstehen.

A kann C nicht verstehen.

B kann C nicht verstehen.

Aber: C kann A und B verstehen.

Um ein praktisches Beispiel zu haben, setzen wir für A Einatmen, für B Ausatmen und für C Atmung ein.

Einatmen kann Ausatmen nicht verstehen. Ausatmen kann Einatmen nicht verstehen. Einatmen kann Atmung nicht verstehen. Ausatmen kann Atmung nicht verstehen.

Aber: Atmung kann Einatmen und Ausatmen verstehen.

Ein einfaches Beispiel, das aber zeigt, wie wichtig das Verständnis der Polarität ist. Das Einatmen kann das Ausatmen nie verstehen, beide werden nie eine gemeinsame Basis finden können, weil sie absolute Gegensätze darstellen. Erst aus der Sicht eines neutralen Beobachters sind die absoluten Gegensätze als Einheit begreifbar. Standpunkt C ist immer die Einheit, der Punkt, aus dem A und B hervorgehen.

Nur durch das Suchen dieses neutralen Standpunktes kann man der Polarität entkommen. Vor dem Suchen nach dem neutralen Punkt steht aber zunächst das Erkennen der Polarität.

Wie viele Menschen, Gruppen, Parteien, Völker und Nationen glauben, dass ihre Meinung die einzig richtige und wahre ist? Die Theorie der Herrenrasse ist dafür wohl das beste Beispiel. Erst ein Infragestellen der eigenen, subjektiven Sicht ermöglicht die Befreiung aus einer Fixierung.

Wir sind damit an einem Wendepunkt der Lebenseinstellung angekommen.

Jede Aussage kann immer nur ein Teil der ganzen Wahrheit sein.

Um die ganze Wahrheit auszudrücken, müssen beide Pole, Punkt A und Punkt B, angesprochen werden. Der Mensch aber verhält sich genau entgegengesetzt. Allein seine Ansicht ist angeblich die seligmachende- Ja, der Mensch geht soweit, im Namen der Einigkeit (Gott) zu sprechen.

Im Kapitel “Gesprächsablauf” haben Sie gelernt, dass Sprache dazu dient, ein geistiges Bild zu beschreiben, es in Worte zu fassen. Wenn man aber einen Punkt (Einheit, Gott) nicht einmal denken kann, wie will man ihn dann erst beschreiben? Jede Aussage kann demzufolge immer nur ein Teil der Wahrheit sein. Dies gilt auch für die Aussagen der Menschen, die angeblich im Namen der Einheit, im Namen Gottes, sprechen.

Negative Einstellung

Polarität entsteht durch Bewertung. Eine Bewertung wiederum hängt vom jeweiligen Ego des Menschen ab. In der Praxis handelt der Mensch überwiegend nur nach seinem eigenen Interesse. Der Egoismus geht vor Großzügigkeit, vor Toleranz und vor Ehrlichkeit. Wer dies bestreitet, sei an die auf Jahre hin ausgebuchten Gerichte erinnert.

Zwei Menschen, das sind: Zwei Egos. Zwei Meinungen. Nur durch das Herbeiführen einer gemeinsamen Basis, nur durch das Finden eines gemeinsamen Nenners kommt eine Verständigung und ein gegenseitiges Verstehen zustande.

Nun herrscht aber die falsche Verhaltensweise vor, dass Menschen einen Gegenstand, eine Angelegenheit, ein Erlebnis positiv oder negativ bewerten. Bei näherer Betrachtung können wir zwischen dem Denken des Menschen und dessen Gemütszustand ganz offensichtliche Zusammenhänge feststellen.

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Des Menschen Wille kann aber auch die Hölle sein. Die Summe der Gedanken eines Menschen entscheidet über seinen Gemütszustand. Jedem Menschen steht es nach dem Gesetz der Polarität frei, einer Angelegenheit entweder positiv oder negativ gegenüberzustehen. Ein Mensch, der seine Mitmenschen liebt, ihnen Vertrauen, Güte und Toleranz entgegenbringt, wird sicherlich glücklicher und ausgeglichener sein als ein Mensch, der seinen Mitmenschen mit Hass, Neid und Zorn begegnet.

Ihre Feinde werden Ihre Hausgenossen sein. Es gibt keine Feinde, höchstens fiktive, solche, die der menschliche Geist selbst zum Leben erweckt. Bewertet jemand einen anderen Menschen als Feind, so geschieht dies in seiner eigenen Gedankenwelt, ohne dass die betreffende Person eine mittelbare Auswirkung spürt.

Es ist fast zu einfach, um es zu glauben:

Ein Mensch fühlt sich so gut oder so schlecht, wie er selbst denkt!

Dadurch ist jeder Mensch für seine Gefühlswelt selbst verantwortlich, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Es könnte nun der Einwand vorgebracht werden, dass man wohl zwangsläufig betrübt oder zornig sein muss, wenn man beispielsweise bestohlen wird. Man könnte meinen: Die Gefühlswelt hängt in diesem Falle nicht vom Menschen selbst ab, sondern wird geprägt durch ein äußeres Geschehen-Natürlich ist das Geschehen zunächst von der Person selbst unabhängig. Was aber wieder den betreffenden Menschen angeht, das ist seine persönliche Bewertung, die auf das Ereignis folgt.

So kann sich jemand über einen Diebstahl unheimlich ärgern und aufregen. Es kann aber auch sein, dass der Betreffende dem Dieb alles Gute wünscht. Wahrscheinlich benötigt der Dieb das gestohlene Gut eher und dringender als der ehemalige Besitzer. In jedem Fall benötigt der Dieb aber geistigen Beistand – in Form von Verzeihung. Denn er hat jeden Beistand dringend nötig. Wird ihn nicht das weltliche Gericht zur Rechtfertigung heranziehen, so auf jeden Fall das Gesetz der Wiederkehr.

Das heißt: Es wird ihm, in diesem oder einem anderen Leben, etwas Vergleichbares gestohlen werden.

Diese Ausführungen sollen in keinem Fall einen moralischen Freispruch für Betrügerei oder andere Verbrechen darstellen. Ganz im Gegenteil. Sie sollen vielmehr eine Warnung an alle Diebe, Betrüger etc. sein. Denn: Das Gesetz der Wiederkehr wird für Gerechtigkeit sorgen.

Was uns aber bei diesem Beispiel am meisten interessiert, ist etwas anderes: Die Tatsache nämlich, dass die Bewertung des Diebstahls vom Standpunkt des Bestohlenen aus vorgenommen wird. Theoretisch und auch praktisch kann sich das Opfer eines Diebstahls schlecht oder auch gut fühlen. Die Reaktion hängt, wie gesagt, allein von den eigenen Gedanken ab. Der Diebstahl wird geistig nachvollzogen und dabei bewertet. Das heißt: Jede äußere Begebenheit kann, für sich allein genommen, noch keine direkte Einflussnahme auf den eigenen Gemütszustand ausüben.

Um ein weiteres bekanntes Beispiel zu nennen: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Nur wer eine positive Lebenseinstellung hat, kann sich selbst lieben. Und nur wer sich selbst lieben kann, ist auch dazu in der Lage, andere Menschen zu lieben.

Verzeihen Sie, deshalb all Ihren Feinden. Bedenken Sie, dass es im Grunde nur “fiktive” Feinde sind. Denken Sie dabei auch an sich selbst- Sehr oft verzeihen Menschen allen ihren Mitmenschen – und vergessen sich selbst dabei. Nur wer sich selbst verziehen hat, kann auch anderen Menschen wirklich verzeihen.

Erteilen Sie sich selbst und Ihren vermeintlichen Feinden jeden Abend vor dem Schlafengehen eine Absolution.

Jede Aufregung, jeder Streit, jede Auseinandersetzung, jeder Krieg findet nur deshalb statt, weil beide Parteien an einer bestimmten Bewertung festhalten. Die Fixierung auf eine bestimmte Meinung kann aber immer nur ein Teil der ganzen Wahrheit sein.

Die Hölle ist die Summe der eigenen negativen Meinungen und Ansichten.

Denken Sie immer daran:

Negative Gedanken sind der Missbrauch der kreativen Vorstellungskraft.

Wozu kann ein Fehler gut sein?

Er kann uns zeigen, dass es so nicht geht. Aus Fehlern können wir lernen. Machen Sie sich klar, dass auch hier zwei Pole vorliegen. Denn: Die Richtigkeit ist abhängig von der Fehlerhaftigkeit. Wozu ist es beispielsweise gut, dass man über einen Stein stolpert und auf die Straße fällt?

Um unter Umständen einen 100 Euro Schein zu finden! Wozu kann ein Auffahrunfall gut sein?

Möglicherweise erkennen Sie in der geschädigten Fahrerin die ideale Frau fürs Leben! Sie sehen: Durch die Polarität hat alles seine zwei Seiten.

Sie müssen erkennen, dass alles, so wie es ist, gut ist. Aus jedem noch so winzigen Detail können Sie noch etwas lernen. Jeder vermeintliche Schicksalsschlag kann die Wende zu einer neuen und schöneren Zukunft sein. Alles ist gut – so wie es ist. Erst durch das Akzeptieren dieser Tatsache finden Sie Ihren inneren Frieden. Mit unserem Denken, mit unserem Verstand können wir uns die Einheit, den Punkt oder Gott nicht vorstellen.

Aufgrund dieses misslichen Umstandes müssen wir zwangsläufig in einer Welt der Polaritäten leben. Es nützt weder Ihnen noch Ihrer Umwelt, wenn Sie einen Kampf gegen Windmühlen führen wollen. Sie müssen die Gegebenheiten akzeptieren, Solange wir zu einem Denken in Polaritäten gezwungen sind, müssen wir uns an dem Gesetz des Gleichgewichts der Kräfte orientieren.

Jede Bewertung kostet Kraft.

Tatsache ist in jedem Fall, dass der Sonnenaufgang vorhanden ist. Wie er wahrgenommen wird, hängt von der jeweiligen Bewertung des Betrachters ab. Bei der Bewertung “schön” wird der negative Pol “hässlich” unterdrückt und verdrängt. Umgekehrt wird bei der Einschätzung “hässlich” der positive Pol “schön” unterdrückt. Sobald eine Bewertung vorbei und vergessen ist, kehren wir wieder zur Ausgeglichenheit zurück.

Der Sonnenaufgang “ist” eben nur, er existiert, gleichgültig, wie wir ihn bewerten. Dies ist ein simples und einleuchtendes Beispiel.

In der Praxis, im täglichen Leben verhält es sich aber genauso. Bewertet wird einfach alles: Der Freund, die Freundin, der Beruf, die Politik…

Stellen Sie sich vor, diese verschwendete Energie würde zur eigenen Weiterentwicklung verwendet werden! (Und wie viel Energie unnötig verschwendet wird, sieht man beispielsweise bei dem Wutausbruch eines Menschen.) Wenn diese Energie sinnvoll eingesetzt werden würde, wäre damit nicht nur Ihnen selbst, sondern auch Ihrer Umwelt sehr geholfen. Geben Sie, den sinnlosen Kampf gegen Windmühlen auf!

Hängen Sie keinen Illusionen nach! Akzeptieren Sie Ihre Umwelt – so wie sie ist. Akzeptieren Sie sich selbst – so wie Sie sind.

Halten Sie sich vor Augen: Druck erzeugt immer Gegendruck. Je stärker Sie gegen eine Wand drücken, desto stärker drückt die Wand scheinbar zurück.

Versuch:

Machen Sie diesen Test tatsächlich. Drücken Sie gegen eine Wand. In Ihnen wird die Vorstellung entstehen, dass die Wand ihrerseits wieder zurückdrückt. Sie bekommen sogar das Gefühl, immer stärker drücken zu müssen, damit die Wand nicht auf Sie einstürzt! Des Rätsels Lösung ist sehr einfach: Erst wenn Sie den Mut haben, die Hände von der Wand zu nehmen, erst wenn Sie aufhören, Druck auszuüben, wird auch von der Wand kein Druck mehr ausgehen. Denn: Die Angst, von der Wand erdrückt zu werden, ist eine reine Selbsttäuschung, eine reine Illusion.

„So ist das Leben eine Schnur,
gereiht aus bunten Lebensjahren,
sie hinterlassen ihre Spur
durch das Erleben, das Erfahren.“
Joseph Unger

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