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Kommunikation – Das VNR-Dreieck

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swimmer-1678307_960_720 Kommunikation – Das VNR-Dreieck

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Bedenken Sie: Der Erfolg eines Menschen entspricht seiner Fähigkeit zur Kommunikation! Ein Mensch kann nur in dem Maße erfolgreich sein, in dem ihm diese Fähigkeit zur Verfügung steht.

Wir haben ausführlich darüber gesprochen, wie wir das tatsächliche ICH unseres Gesprächspartners ansprechen. Und welchen Verlauf ein gutes und erfolgreiches Gespräch nehmen muss. Welche Elemente unbedingt enthalten sein müssen.

Wovon aber hängt insgesamt der Grad der Fähigkeit zur sinnvollen und zweckmäßigen Kommunikation ab? Von einem Zusammenspiel aus Verständigung, Neigung und Realität. Wir sprechen bei dieser Wechselbeziehung vom VNR-Dreieck:

Verständigung:

Die Fähigkeit der optimalen Gesprächszyklenführung. {Sie beinhaltet auch die Fähigkeit, seinen Gesprächspartner im Falle eines unterbrochenen Gedankengangs erfolgreich zu führen und ihn seinen Gedankengang sinnvoll abschließen zu lassen.)

Neigung:

Das Verhältnis der beiden Gesprächspartner zueinander. Zuneigung oder Aversion.

Realität:

Das, was von dem jeweiligen Gesprächspartner als Tatsache, als Faktum angesehen wird.

Das VNR-Dreieck unterliegt keiner Beschränkung. Es kann sich selbstverständlich vergrößern – oder auch verkleinern.

Die Summe dieser drei Komponenten entspricht der Summe der Fähigkeiten zur erfolgreichen Kommunikation!

Je weiter Verständigung, Neigung und Realitätssinn entwickelt sind, desto größer sind die Fähigkeiten zur Kommunikation.

Bedenken Sie: Das VNR-Dreieck kann sich immer nur dann vergrößern, wenn sich alle drei Eckpunkte gleichzeitig vergrößern.

Was die Fähigkeit der Verständigung betrifft, so haben wir uns durch die Gesprächsführung in abgeschlossenen Zyklen entscheidende Merkmale angeeignet.

Die Neigung zu dem jeweiligen Gesprächspartner ist natürlich von Fall zu Fall verschieden groß. Da wir wissen, dass jeder Eckpunkt des VNR-Dreiecks wachsen muss, ist eine unvoreingenommene Haltung auch gegenüber solchen Gesprächspartnern, die uns leicht aufstacheln oder reizen könnten, zwingend erforderlich. Mit einer negativen Einstellung zum Gesprächspartner kann keine Kommunikation erfolgreich sein. Im ungünstigsten Fall kommt sie erst gar nicht zustande.

Einen sehr schwierigen Eckpunkt des VNR-Dreiecks stellt die Realität dar. Denn: Jeder Mensch denkt im Rahmen seiner eigenen Wirklichkeit.

Realität ist immer subjektiv, also personenbezogen. Was der eine als Tatsache, als Realität ansieht, kann von dem anderen, aus seiner Sicht der Dinge heraus, jederzeit angezweifelt und in Frage gestellt werden. Es wäre also zu klären: Muss für beide Gesprächspartner die gleiche Realität gelten?

Nehmen wir ein Beispiel: POLIZEI

Lehnen Sie sich zurück, schalten Sie einen Moment lang ab, und überlegen Sie, welche Vorstellungen und Erfahrungen Sie mit dem Begriff POLIZEI verbinden.

Pause

Nun, welches Bild, welche Realität haben Sie von der Polizei? Die Summe Ihrer Anschauungen und Erlebnisse zu diesem Punkt entspricht Ihrer Realität auf diesem Gebiet. Auch wenn jemand sagen würde: “Na gut, ich habe zwar die und die Erfahrung gemacht, aber die Polizei ist in Wirklichkeit so…” findet eine subjektive Bewertung statt.

Realität ist immer subjektiv. Während beispielsweise der eine positive Erfahrungen mit der Polizei gemacht hat (ein Polizist hat mit einem freundlichen Lächeln über eine Ordnungswidrigkeit hinweggesehen, ein Polizist war hilfsbereit und zuvorkommend etc.), kann sein Gesprächspartner womöglich auf völlig andersartige Erlebnisse im Zusammenhang mit der Polizei zurückblicken (Radarkontrolle, Bussgeldbescheid, arrogantes Auftreten eines Polizisten, Führerscheinentzug etc.). Es wäre für die beiden Personen sicherlich schwierig, über die Beurteilung der Polizei Einvernehmen zu erzielen. Der eine wäre voll des Lobes, während sein Gegenüber aus dem Schimpfen nicht mehr herauskäme.

Das Resultat: Es wären in dieser Frage zwei verschiedene Realitäten vorhanden.

Wenn Sie anklagend auf andere zeigen und sagen: “Das Problem ist ja…”, dann sollten Sie einmal darauf achten, wie viele Finger auf Ihr Gegenüber gerichtet sind – und wie viele auf Sie selbst zurückzeigen!

Sagen Sie nie zu Ihrem Gesprächspartner: “Sie haben mich missverstanden!” Sagen Sie statt dessen: “Ich habe mich falsch ausgedrückt!”

Dadurch zeigen Sie, dass Sie die richtige Einstellung haben. Die richtige Einstellung, die Ihnen eine persönliche Weiterentwicklung garantiert.

Beachten Sie: Sie dürfen die Ursache für Missverständnisse nicht in der mangelnden Auffassungsgabe Ihres Gesprächspartners suchen, sondern in Ihrer eigenen Kommunikationsfähigkeit, die verbesserungswürdig ist.

Wie unterschiedlich sich die Realitäten der einzelnen Gesprächspartner darstellen können, zeigt sich sehr oft bei Gesprächen über Automarken.

Während A seinen Wagentyp über alles lobt (keine Reparaturen, kein Rost, sehr gute Beschleunigung, bequeme Sitze etc.), ist B auf diesen Wagentyp womöglich nicht gut zu sprechen, weil er damit eine Reihe negativer Erfahrungen machen musste. Meist findet man in einem solchen Fall die gemeinsame Realität darin, dass man sich darauf verständigt, B habe eben einen “Montagswagen” erworben.

Für das Vorhandensein verschiedener Realitäten liefert wohl gerade die Politik sehr anschauliche Beispiele in Hülle und Fülle.

Ein Beispiel für das Zustandekommen unterschiedlicher Realitäten:

Wenn sich jeder Betrachter nicht die Mühe macht, den Gegenstand von allen Seiten zu sehen, dann werden diese Menschen ihr Leben lang ein Streitgespräch darüber führen können, wie der Gegenstand nun tatsächlich aussieht.

A wird der Meinung sein, der Gegenstand sei rund. B wird sagen, er sei gezackt.

Und C wird behaupten, der Gegenstand sei wellenförmig. Und: Alle drei haben auf ihre Weise recht!

Aber: Jeder von ihnen betrachtet den Gegenstand nur aus seinem Blickwinkel! Jeder beharrt auf seiner Sicht der Dinge! Damit sind Uneinigkeit und Missverständnis schon vorprogrammiert.

Wichtig:

Entscheidend für die Beurteilung einer Realität ist immer der Standpunkt des Beobachters!

Werden wir uns dieser Tatsache bewusst, dann können wir einige sehr interessante Überlegungen anstellen.

Nehmen wir ein Beispiel:

Im Laufe eines Gesprächs zwischen A und B entfernen sich ihre jeweiligen Realitäten so weit voneinander, ihre Beurteilungen gehen so weit auseinander, dass eine Übereinstimmung, eine gemeinsame Basis unmöglich herbeigeführt werden kann.

Die unausweichliche Folge: A ärgert sich maßlos über die Aussagen von B. Er fühlt sich völlig missverstanden. Nicht lange, und es kommt zu einer emotionalen Entladung. A verliert die Nerven und beschimpft seinen Gesprächspartner. Wütend ruft er: “Du Armleuchter!”

Sehen wir uns diesen Fall etwas näher an: Aufgrund unseres Wissens über den Gesprächsablauf ist uns bekannt, dass Sprechen nichts anderes ist als das Umwandeln eines geistigen Bildes in Sprachfrequenzen.

Von welchem geistigen Bild ist die Rede?

Das geistige Bild desjenigen ist gemeint, der es ausspricht. Das heißt: A denkt “Armleuchter”. Und er versucht dann, B seine Realität “Armleuchter” zu übermitteln. Wenn sich B über diesen Ausspruch ärgert, hat er die Realitätsübermittlung angenommen. Er akzeptiert den “Armleuchter” als eigene Realität.

Wie unsinnig!

Machen Sie sich künftig die Realitäten anderer Menschen nicht mehr zu eigen! Sehen Sie sie als das an, was sie tatsächlich sind: Es sind die Realitäten Ihres Gegenübers. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Frage ist doch: Wie kommt A ausgerechnet auf den Begriff “Armleuchter”? Wieso spricht er B nicht beispielsweise mit “Du Schiff”, “Du Haus” oder “Du Auto” an?

Des Rätsels Lösung ist sehr einfach. Sie ahnen es sicher schon.

In der Vergangenheit hat Z die Person A mit dem Wort “Armleuchter” beschimpft. A ärgerte sich maßlos darüber. Das heisst: Er übernahm die Realität von Z. Da er weiß, welche Reaktion dieses Wort “Armleuchter” bei ihm selbst ausgelöst hat, nimmt er an, dass die gleiche Reaktion auch bei B stattfindet, wenn er ihm gegenüber dieses Wort ausspricht.

Wenn B nicht über das Wissen der sinnvollen und richtigen Gesprächsführung verfügt (was zumeist der Fall ist), wird er, wie von A erwartet, verärgert reagieren. Und damit hat A sein Ziel erreicht. Er hat seinen eigenen Ärger auf B übertragen.

Daraus ergibt sich folgende Schlussfolgerung:

Wir müssen alles Gesagte, alles, was andere Menschen uns gegenüber äußern, als die Realität des anderen anerkennen.

Das bedeutet allgemein: Mit jeder Aussage, die ein Mensch macht, spricht er über und von sich selbst.

Natürlich gilt diese Erkenntnis nicht nur für Schimpfwörter. Alle Aussagen von Menschen können entsprechend bewertet werden.

Versuchen Sie, folgende Aussagen zu verstehen:

“Sie sind unheimlich faul!” “Sie sind böse und schlecht!” “Sie sehen unausgeschlafen aus!” “Sie sind dumm!”

Was müssen die Menschen, die ihren Mitmenschen solche Aussagen an den Kopf werfen, über sich selbst denken?

Und: Die Erkenntnis, dass alles Gesagte einen Rückschluss auf den Sprecher zulässt, gilt gleichermaßen auch für positive Äußerungen. Je harmonischer ein Mensch denkt und lebt, um so schöner und ausgewogener werden auch seine Worte sein.

Bevor man andere Menschen lieben kann, muss man zunächst sich selbst liebenl

Wenn Sie sich das nächste Mal über etwas ärgern, dann stellen Sie sich einfach die folgenden Fragen:

“Wem nützt es, dass ich mich jetzt ärgere?” “Habe ich einen Vorteil davon?” “Hat mein Gesprächspartner einen Vorteil davon?” “Hat überhaupt irgend jemand einen Vorteil davon, dass ich mich jetzt ärgere?”

Kehren wir zurück zu unserem VNR-Dreieck.

Sicher können Sie sich vorstellen, welche Auswirkungen es hat, wenn während einer Unterhaltung plötzlich eine Beschimpfung ausgesprochen wird. Wenn jemand plötzlich ruft:

“Du Armleuchter!”

In diesem Moment bricht die gemeinsame Realität völlig zusammen (R). Man spricht kein Wort mehr miteinander (V). Und zwischen den Gesprächspartnern ist mit einem Mal eine tiefe Ab-NEIGUNG entstanden (N). Das heisst: Das VNR-Dreieck schrumpft auf eine minimale Größe zusammen. Die Summe, die sich aus den drei Eckpunkten Verständigung, Neigung und Realität ergibt, ist gleich Null.

Deshalb seien Sie sich immer der Bedeutung aller Eckpunkte unseres VNR-Dreiecks bewusst! Sie werden feststellen: Wenn die Verständigung mit dem Gesprächspartner steigt, vergrößert sich automatisch auch die gemeinsame Realität und die Zu-Neigung zueinander.

Daraus folgt: Das VNR-Dreieck beinhaltet nicht nur die verbale Verständigung zwischen den Menschen, sondern das gesamte Verhältnis zur Umwelt.

Man kann demnach sagen:

Kommunikation ist die Fähigkeit, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten.

Dies bezieht sich nicht nur auf zwischenmenschliche Kontakte. Das VNR-Dreieck bezieht sich auf die gesamte Umgebung eines Menschen.

Auf Tiere, Pflanzen, die Wohnung, die Möbel etc. Das heisst: Ist man dazu in der Lage, seine Verständigung zu verbessern, so erhöht sich damit gleichzeitig auch die Realität und die Zu-Neigung zur gesamten Umwelt.

Zu- oder Abneigung lassen sich demnach durch Verständigung und gemeinsame Realität steuern.

Sie werden sehen: Wenn Sie das VNR-Dreieck sinnvoll anwenden, dann wird sich Ihre Beziehung zur Umwelt wesentlich verbessern, Ihr Leben wird unbeschwerter werden, und Ihre Ausstrahlung und Anziehungskraft auf andere Menschen wird sich schlagartig erhöhen.

Was müssen Sie tun, um ein gutes VNR aufzubauen?

Sie müssen nur eine Grundvoraussetzung erfüllen: Sie müssen die bedingungslose Absicht haben, kommunizieren zu wollen.

Es hängt von Ihnen allein ab: Sie müssen die feste Absicht haben, das Gespräch zu führen. Sie sind es, der die Kommunikation einleiten muss. Ohne jede Vorbedingung. Jeder Zweifel, jedes Zögern wird in Ihnen Gegenabsichten aufkommen lassen. Wenn sich diese Gegenabsichten aber entfalten, wenn sie wirken können, dann wird die geplante Kommunikation höchstwahrscheinlich überhaupt nicht zustande kommen. Sie müssen sich überwinden! Sie müssen Ihre Absicht konsequent durchführen!

Lassen Sie sich von unbegründeten Befürchtungen, von einer vermeintlichen Lustlosigkeit nicht beeinflussen, werden Sie nicht das Opfer Ihrer eigenen Bequemlichkeit.

Gedanken wie: “Es könnte ja vielleicht schiefgehen”, oder “Ich habe heute keine große Lust, mit ihm zu sprechen”, dürfen keinen Einfluss auf Ihr Bestreben haben. Sie dürfen sich dadurch nicht von Ihrem Vorhaben abhalten lassen.

Wer könnte sich nicht an Tage erinnern, an denen alles, buchstäblich alles, schiefging?

Sie waren vielleicht mit einer wichtigen Arbeit befasst und ärgerten sich furchtbar darüber, dass Ihr Bleistift ausgerechnet jetzt nicht richtig schrieb. Sie schimpften und fluchten – aber Ihr Bleistift schrieb so schlecht wie zuvor.

Was Sie am Weiterkommen hinderte, was Sie daran hinderte, Ihre Arbeit zufriedenstellend auszuführen, war eines: Ihnen fehlte die Absicht, den Bleistift zu spitzen, ihn in einen brauchbaren Zustand zu bringen.

Dieses Beispiel macht klar: Eine Absicht hat nichts mit Schimpfen und Fluchen, mit Meckern und Schreien, und schon gar nichts mit sinnloser Gewalt zu tun. Denken Sie an den zweiten Teil der vorausgegangenen Übung. Auch dort hatte Absicht nichts mit lauter oder leiser Stimme zu tun. Gleichgültig, in welcher Lautstärke Sie sprechen -eine bestimmte Absicht fassen, das ist etwas völlig anderes.

Absicht ist vielmehr: Ein Gedanke, eine gedankliche Vorstellung, eine gedankliche Zielsetzung.

Sie müssen sich vor Augen halten:

Wenn Sie krampfhaft und verbissen versuchen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wenn Sie auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschrecken, um diese Bestrebung zu vollenden – dann werden Sie das genaue Gegenteil erreichen!

Ein Beispiel:

Wenn Sie versuchen, eine der Programmeinheiten im Schnellverfahren durchzupauken, wenn Sie hastig und verkrampft lesen und studieren, dann werden Sie ein sehr mageres Resultat zu gewärtigen haben. Nach Abschluss der Lektüre wird in Ihrem Kopf nichts anderes zurückgeblieben sein als ein tiefes, schwarzes Loch. Sie werden sich an keine einzige Einzelheit, an keine einzige wichtige Anweisung mehr erinnern.

Diese Beispiele zeigen uns:

Krampfhaftes, verbissenes und angestrengtes Wollen sowie gewaltsame Bemühungen stellen sich unseren wirklichen Absichten entgegen. Sie erzeugen, ohne dass wir das   . wollen, Gegenabsichten in uns. Gegenabsichten, die uns das Erreichen des angestrebten Ziels unmöglich machen.

Denken Sie immer daran:

Bedingungslose Absicht ist ein einfacher, leichter Gedanke.

Ein Gedanke ohne Zweifel, ohne Einschränkungen, ohne Unsicherheit, ohne Schwanken.

Wir können eine bedingungslose Absicht hegen:

Wenn wir uns dazu entscheiden, etwas Bestimmtes zu erreichen.

Einige Beispiele für solche Absichten:

– Heute: Der Kauf eines neuen Buches.

– Innerhalb einer Stunde: Das Aufräumen des Zimmers.

– Heute abend: Mit dem Mädchen zu sprechen, das man auf der Party trifft.

– Morgen: Eine Beschwerde beim Milchmann, weil es nicht nötig ist, dass er morgens um halb sieben an der Haustür klingelt.

„Die größte Kraft des Lebens ist der Dank.“
Hermann von Bezzel

Was ist dein sehnlichstes Ziel? Es ist Zeit, es zu erreichen!

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