Mein Bruder ist im Paradies | Doku-Reihe „Fremde Kinder“ – Palästina (3sat)

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Der 13-jährige Yasser lebt in einem Flüchtlingscamp im Gazastreifen in Palästina – nur wenige hundert Meter vom israelischen Grenzposten entfernt. Im vergangenen Jahr starb dort sein Bruder Karam. Er attackierte die israelischen Soldaten mit Steinen – die schossen scharf und trafen ihn in den Kopf. Karam war gerade 13 Jahre alt und war doch auf den Tod vorbereitet. Sein Abschiedsbrief ist ein von Kinderhand bemaltes Blatt mit Lobpreisungen auf den Propheten und dem Satz: „Liebe Eltern seid nicht traurig. Wenn ihr das lest bin ich im Paradies.“
Yassers Bruder gilt als Held und Märtyrer. Selbst wenn Yasser wollte, könnte er das nicht vergessen: Überall im Haus hängen die Photos des Toten, genauso in der Schule. Parolen preisen ihn auf der Straße. Yasser hat aber nicht nur seinen Bruder verloren – er wird nun auch noch ständig mit dem glorifizierten Toten verglichen. Einen Vergleich, unter dem Yasser leidet, weil er ihn nur verlieren kann.

Aus der Perspektive Yassers zeigt der Film den schwierigen Alltag in Palästina in den Zeiten des Krieges. Der Tod des bewunderten großen Bruders liegt wie ein übermächtiger Schatten über Yasser. Yasser versucht aus ihm heraus zu treten und ein eigenes Leben mit eigenen Zielen zu führen. Denn ein Märtyrer werden wie sein Bruder– das möchte Yasser nicht. Geschichten von Kindern aus aller Welt: Die Reihe widmet sich Jungen und Mädchen bis zu 16 Jahren in oftmals schwierigen Lebenssituationen, ergreift für sie Partei und verleiht ihnen eine Stimme.

Israel und Palästina: Umkämpft, besetzt, verklärt (Edition Le Monde diplomatique)

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